Nichts funktioniert in den ersten Tagen Kanada (Nova Scotia)

Nichts funktioniert in den ersten Tagen Kanada (Nova Scotia)

Darf es auch ein wenig holprig sein?

Wie ein guter Freund auch gerne sagt: „Frei nach dem Metzger-Motto: Darf es auch ein wenig mehr sein?“ so startete die Kanada-Reise.

Ich möchte hier die ersten 5 Tage aufzählen:

Die Finn-Katastrophe: 4 Tage vor der Abreise, Donnerstag 20.06.2019

Finn Narbe 2 Tage alt
Finns Narbe 2 Tage nach der OP. Keine Schwellung und keine Rötung.
Finn Narbe 18 Tage alt
Finns Narbe ca. 2,5 Wochen nach der OP und 5 Tage nach dem Fäden ziehen. Sieht perfekt aus.

Der aufmerksame Blogleser wird es schon wissen. Unser Schäferhund Finn ist dem Sensenmann trotz Magendrehung noch einmal davon gelaufen.

Auf dem Bild oben sieht man den „kleinen“ Schnitt, den der arme Kerl über sich ergehen lassen mußte.

Aktuell ist der 15.07.2019 und er macht täglich 2-4 stündige Läufe durch die Felder, Wälder und Wiesen rund um Bergisch Gladbach. Er ist schon lange fit und bereit für einen Flug, darf sich jedoch immer noch 2 Wochen erholen.

Mehr zur Katastrophe hier: https://www.toeffelchen-tours.de/2019/06/20/die-katastrophe-kurz-vorm-abflug/

Die Gasflasche hat ein Leck

Nachdem ich am Tag der Abholung es nicht schaffte, eine Gastankstelle zu finden, was ganz einfach gewesen wäre, hätte ich gewußt wie und wo, gab ich entnervt auf, duschte am nächsten Tag kalt (ohne Gas kein warmes Wasser) und fand dann eine Gastankstelle.

Hätte ich doch vorher schon meinen Blog geschrieben, dann wäre es viel einfacher gewesen. Hier der Blog-Beitrag, der mir geholfen hätte:
https://www.toeffelchen-tours.de/2019/06/26/die-gasversorgung-fuer-das-wohnmobil-in-kanada-halifax-nova-scotia-canada/

Safefill
Ventil der Safefill Gasflasche

Die Flasche wurde tadellos aufgefüllt und ich fuhr überglücklich zum Campingplatz. Die Flasche war aufgedreht, der Kühlschrank lief über Gas, das Wasser wurde heiß, alles war toll.

Nun kam ich auf die Idee, nochmal in den Gaskasten zu schauen. Ich hörte ein seltsames Geräusch. Och nö, die Gasflasche hatte ein Leck… Ich nahm also einen kräftigen Schluck Spülmittel, einen kleinen Schuß Wasser und ging so bewaffnet an die Gasflasche. Direkt am Ventil sah ich die Luftblasen. Alles klar, es mußte irgendwo im Adapterstück sein.

Gasadapter
Anschlußadapter der Füllflasche ans Wohnmobil-System

Dieser Adapter hat wahrscheinlich ein undichtes Gummi, weil er vermutlich zu fest angezogen wurde.

Jetzt wird es lustig: Die Firma Safefill-Deutschland hat den Vertrieb eingestellt und keine Ersatzteile mehr. Allerdings hat man uns sofort gesagt, wo wir uns noch hin wenden können und war sehr bemüht, uns zu helfen.

Die holländische Firma hat ebenfalls den Vertrieb der Safefill-Flaschen aufgeben, jedoch noch die Ersatzteile im Programm. Zum Glück reist Iris erst in 5 Wochen nach. Das Ersatzteil ist bereits zu hause und wird nach Kanada mitgebracht. Das Füllen der Flasche mit einem anderen Adapter war kein Problem, somit sollte das neue Teil Abhilfe schaffen.

Es gibt noch Safefill-England. Das wäre unsere nächste Anlaufstelle gewesen.

Nun mußte ich mir eine kanadische Flasche besorgen. Den Adapter auf unser Gas-System hatte ich vorsorglich schon dabei, denn man kann ja nicht wissen 🙂 .

Wasser in der Bude

Jetzt wird es heiter. Nachdem mein System eine Weile mit dem defekten Gasanschluß lief und das Wasser im Warmwasserboiler schon heiß war, wollte ich wenigstens heiß abwaschen. Gesagt, getan.

Natürlich wurmte mich das Gasproblem und ich lief nach dem Abwaschen etliche Male rein und raus und versuchte alles, meinen Gasanschluß zum laufen zu bringen. Es brachte nichts. Ohne neue Gummidichtung keine Chance.

Schellen um einen Schlauch
Endlich überall Schlauchschellen an den Übergängen

Und diese spezielle Dichtung hatte ich nicht dabei, dafür jedoch andere O-Ringe für Gasdichtungen, die mir bei dem speziellen „Hütchen“ nichts bringen.

Zwischenzeitlich erahnte ein Kanadier das Dilemma und bot mir eine Gasflasche an. Er hatte in seinem riesigen Camper wirklich unzählige Flaschen (wenigstens 5) in allen Größen dabei. Man grillt halt gerne.

Ich lehnte dankend ab, fragte ihn aber, ob meinen Adapter auf Funktion prüfen dürfe, den ich vorher in Deutschland erwarb. Jawoll, paßt wie eine Eins. Wirklich nett die Kanadier 🙂 .

Ich hatte noch warmes Wasser im Boiler und benutzte es. Nach dem Gespräch mit dem Kanadier kam ich zurück ins Wohnmobil. Hurra! Eine Wasserpfütze! Wasser schien aus dem Wassertank zu laufen…

Wie geil ist das denn?

Erst kein Gas, dafür kommt mir das Wasser in der Hütte entgegen gelaufen. Scheiß die Wand an! Das brauchte ich gerade gar nicht. Zwei Tage Wohnmobil und die Hütte bricht mir unter dem Arsch zusammen. Sammeln, bis 5 zählen, Problem angehen!

Ich warf einen Blick auf den Wassertank. Sah, dass er oben nass war. Hmmm, ob da ein Schlauch undicht war?

mehrere Schlauchschellen
Schlauchschellen in verschiedenen Größen

Ich zog an dem eizigen Schlauch ohne Schlauchschelle und schon kam mir ein Strahl heißes Wasser entgegen. Das mittlerweile heiße Wasser hat, – durch den kurzen Gaseinsatz -, ggf. für etwas mehr Druck auf den Leitungen gesorgt. Problem erkannt!

Natürlich habe ich einen Satz Schlauchschellen dabei, also mehrere Sätze. Man kann ja nie wissen! Schlauchschelle rum um den Schlauch. Es läuft nichts mehr aus. Gefahr gebannt!

Dazu auch: https://www.toeffelchen-tours.de/2019/06/27/wasser-in-der-bude/

Eine Fährfahrt, die ist lustig

Es war der 28.06.2019. Es regnete den ganzen Tag und läutete den Tag drei meiner Wohnmobil-Tour ein.

Ich hatte eine Tour geplant, mein Ziel war klar, der Weg dorthin wurde vom Navi organisiert. Plötzlich keine Straße mehr da, dafür eine kleine Fähre. Na toll. Ich hatte keine Lust dazu und es regnete. Ich stelle den Wagen ab, ging erst einmal zu Fuß zur Fähre. Für 7 CAD (als rund 5 Euro) konnte ich mit der Fähre mit. Och, das ist doch cool und lustig. Das machste mit. Das wird bestimmt nett.

Fähre
Fährfahrt im Regen

Also rinn in die Karre, Zündschlüssel rum, die Kiste läuft und: Piiiiiiiiiiiiieeeeeeeeep.

Der Haufen Blech lärmt mir frech ins Gesicht und sagt mit einer Meldung, dass der Motor einen Fehler hätte.

Alter, es reicht! Wetter ist scheiße, Gas läuft gerade wieder, Wasser hält noch dicht und diesen räudigen Rotz brauche ich echt nun gar nicht.

Ich möchte mit meiner Sprache ein wenig von meiner – zu dem Zeitpunkt leicht gereizten Stimmung – wiedergeben.

Es hätte echt nett werden können auf der Fähre. Auf die bin ich dennoch gefahren, der Hobel lief ja noch. Was sollte ich tun?

loser Schlauch
Dieser Schlauch war ab.

Ich habe mich großartig mit zwei Amerikanern unterhalten. Einem gab ich noch meinen großen Regenschirm, ich hatte noch einen kleinen dabei, der andere hatte seinen eigenen Schirm. Es regnete immer noch.

Ich sprach den Amerikaner auf die Schilder auf der Straße an. Dort wurde signalisiert, ob die Fähre überhaupt fahren würde. Ich persönlich bezog die Schilder gar nicht auf mich. Genau das sagte auch der Amerikaner. Diese Schilder sah er zwar, war jedoch der Meinung, daß er nicht gemeint gewesen sein könne 🙂 . Nun standen wir zusammen, jeder vollkommen unbeabsichtigt, auf der Fähre.

Eine so lauschige Überfahrt hätte es sein können. So lauschig. Mir grummelte der Magen, ich war einen Hauch von angesäuert. Der Motor, der Motor. Es half nichts.

Nach der Fähre fuhr ich direkt den nächtsen Haltepunkt an. Das Regenwasser von der Scheibe sollte eigentlich in einen Schlauch fließen und elegant am Motor vorbeigeleitet werden. Dieser Schlauch war ab und leitete das Wasser elegant IN den Motorraum.

Natürlich habe ich ein OBD-2 Lesegerät dabei. Ich konnte den Fehler auslesen und dank des Internets analysieren. Ein Temperatursensor meldete eine Fehlfunktion. Es ist wohl eine Kombination aus Motortemperatur und Katalysator.

Oh nein, der Motor im Eimer
ausgelesene OBD Fehlermeldung

Schlau – wie ich nicht bin – kombinierte ich, dass der Wassereinbruch den Sensor irritiert haben mußte und löschte den Fehler per OBD-2 Lese- und Schreibgerät. Und juhu, der Motorfehler war weg. Das war einfach :-).

So nebenbei bemerkt: Einfach mal Fehler löschen ist keine Königsdisziplin intelligenten Handels. Da meine Werkstatt sich nicht auf meine Mail meldete und ich meine Analyse messerscharf fand, löschte ich den Fehler später eigenmächtig (nach 110 km).

Bis heute surrt die Maschine (noch) prächtig.

Die Knarzkiste

Mir fiel schon länger auf, daß ich eine immer intensivere Geräuschentwicklung im Wohnmobil feststellte.

Aufgrund der Ereignisse vorher, habe ich die Geräusche ignoriert. Diese wurden nur so laut, daß ich mittlerweile während der Fahrt den fettesten Hals bekam, den der stolzeste Gockel auf dem Bauernhof hätte vor Neid erblassen lassen.

Ich hatte mal wieder Puls. Und das nicht zu knapp!

Schuhfach auf
Teil des Schuhkastens im Boden.

Diese Geräusche kannte und löste ich, indem ich alle Bretter im Schuhschrank entfernte und mit einem Klebestreifen versah. In diesem Fall war es aber die Treppenstufe vom Schlafzimmer zur Küche. Manuell konnte ich wunderbar – durch Druck auf die Leiste – das Knarzen simulieren. Problem erkannt!

Nur wie das Problem bannen? Ich sprühte erst ordentlich Silikon drunter, das brachte nur nichts. Natürlich haben wir Silikonspray an Bord.

vordere Trittstufe
Mißlungene Reparatur mittels Klebeband

Die vordere Leiste ließ sich nicht ausbauen. Ich hatte bis auf zwei Schrauben alles gelöst, jedoch waren die letzten Schrauben ein zu großer Aufwand. Wären alle Stricke gerissen, wüßte ich aber, wie ich dran käme.

Also verschob ich die Leiste nur und versuchte einen Klebestreifen drunter zu kleben und dann zurück zu schieben. Dank Silikonbehandlung klebte das Klebenand nur leidlich. Es wurde einfach mit verschoben.

Ich entschied mich für eine Runde Fett. Fett hatte ich nicht, dafür Fermit, falls ich etwas mit Hanf abdichten müßte. Hanf und Fermit hat man natürlich immer dabei!

Einfetten mit Fermit war erfolgreich

Das Fermit macht Hanf geschmeidig und soll das Austrocknen verhindern. Dies sollte meine Treppenstufe wohl entknarzen können???

Alles wieder zusammen gebaut und siehe da: Das Knarzen ist weg!! Gut investierte zwei Stunden. Es hätten 30 Minuten sein können, aber ich versuchte alles, um das Brett doch noch ganz raus zu bekommen, gab es aber auf, da der Aufwand sicher noch eine weitere Stunde gebraucht hätte und mir die Idee des Einfettens kam.

Die Treppenstufe ist nun viel stabiler drin und kann nicht mehr bewegt werden. Ob der feste Einbau oder das Fett mein Problem löste? Man weiß es nicht genau…

 

Na, kannste noch? Ich habe noch einen!!

Der lustige Toilettenlüfter

Frei nach dem Motto: „Na, heute schon in die Scheiße gegriffen?“ bekam ich das nächste Problem.

Der Toilettenlüfter stellte sich nicht mehr aus. Wir haben eine SOG II Anlage. Das bedeutet, daß während des „Geschäfts“ auf der Toilette ein Ventilator einen Unterdruck in der Toilettenkassette erzeugt und die Luft ansaugt. Somit entweichen keine Gerüchen in den Wohnraum und das leckere Gemisch wird in der Toilettenkassette mit zusätzlichem Sauerstoff angereichert.

Microschalter defekt
SOG Miroschalter manuell auslösen

Das hat zwei große Vorteile: Es stinkt beim „Häufchen-Machen“ nicht in der Hütte und man kommt ohne Chemie aus.

Ich kann verstehen, dass bei meinen „Haufen“ der Lüfter länger laufen will, aber daß er gar nicht ausgeht, kam mir unheimlich vor. So schlimm bin ich nun auch nicht…

Anscheinend löst der Microschalter nicht richtig aus. Der erkennt, in welcher Stellung der Toilettenschieber ist (zu oder offen). Selbst eine manuelle Auslösung war nicht möglich.

Gut, daß Iris noch zu hause ist, denn dann kann sie direkt noch einen neuen Microschalter mitbringen. Ich war schon kurz davor, einen manuellen Schalter einzubauen (sowas hat man, neben ein paar Leitungen natürlich immer im Wohnmobil!), da lief die SOG-Anlage von alleine wieder vollkommen normal.

SOG antwortete auf unseren Fehler prompt und übersendete und einen neuen Microschalter. Man gab uns zusätzlich den Tipp, die Schrauben am Microschalter leicht zu lösen, denn das könne das Problem beheben. Das haben die Schrauben gehört, sich gefürchtet und von alleine etwas gelöst.

Fazit

Vor der Reise war ich sicher, dass ich zuviel unnötigen Krempel dabei hätte. Jetzt sollte sich herausstellen, daß sich dieser Krempel als sehr nützlich erwies. Ich bastele gerne und somit war keines der Probleme ein Problem. Selbst wenn das Gas am Ende mit der eigenen Gasflasche nicht läuft, so funktioniert die Flasche der „Einheimischen“ :-).

Es ist sehr beruhigend zu wissen, daß ich schon an vielem im Wohnmobil bastelte und somit wußte, wo der Schuh vermutlich drückte. Für diese Reise war das bisher Gold wert.

Dennoch hatte ich Puls, denn mit Gas ist nicht zu spaßen und einen Motor-Fehler willst Du auch nicht. Wasser im Wohnmobil wird sehr gefürchtet. Eine knarzige Kiste während der Fahrt reibt an den Nerven. Der Toilettenlüfter lief eine Nacht durch und störte etwas. Er machte mich weniger nervös, denn solche Lüfter können Jahre durchlaufen und ein manueller Aus-Schalter ist kein Hexenwerk, eine geile Lösung wäre es dennoch nicht.

Die restlichen 2 Wochen lief alles fehlerfrei. Mögen noch 11 fehlerfreie Monate folgen !

Maik

Gebürtiger Norddeutscher (Stade) Jahrgang 1974, gut abgehangen.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Michael

    Ich hoffe Du (oder bald Ihr) genießt den Urlaub dennoch.

    1. Maik

      Es hat sich alles lösen lassen. Es lief alles glatt und dann kamen die kleinen Problemchen.
      Ab Tag 5 war wirklich alles super, die Stellplätze schön, viele Gespräche mit anderen Reisenden.
      Ich arbeite gerade nach und dann kommen nur noch positive Erfahrungen der letzten Tage 😀 .

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