Die Reise beginnt! Frankfurt-Halifax! Ich komme! Mit Hund und Hundebox nach IATA Vorschrift!

Die Reise beginnt! Frankfurt-Halifax! Ich komme! Mit Hund und Hundebox nach IATA Vorschrift!

Es geht los – Fliegen mit Hund

Der 24.06. war da! Nun sollte es für mich (Maik) und Kaschmir (Schäferhund) losgehen. Unser Flug sollte um 17.35 Uhr starten und die Ankunftszeit vor Ort lag bei 19.55 Uhr. Wir sprechen von einer Zeitverschiebung von 5 Stunden (Frankfurt-Halifax) und landen bei rund 7,5 Stunden Flugzeit.

Die Flugzeit war der springende Punkt! Unsere Hunde sollten so kurz wie möglich mit uns im Flugzeug sein! Somit rückt in diesem Blogbeitrag der Hund in den Vordergrund.

Wir waren circa 3,5 Stunden früher am Flughafen Frankfurt. Da ich zu einem sehr günstigen Aufpreis von 240,00 Euro von Economy auf Business Class upgraden konnte, ging ich direkt zum Business Schalter. Ich mußte noch warten, viel los war am Flughafen jedoch nicht. Die Zeitplanung war kein Problem.

Während ich mit meiner großen Hundebox wartete, Iris parkte noch das Auto und hatte Kaschmir bei sich, kam ich mit einem älteren Ehepaar aus Belgien ins Gespräch. Ihr Sohn würde nach Kanada auswandern und müßte noch seinen Hund mitnehmen. Ich erklärte Ihnen, dass die Condor klare Vorgaben für die Maße der Box hat und dass er darin stehen können müsse, ohne mit den Ohren an die Decke zu kommen. Aus diesem Grunde baute ich eine eigene Box, denn alle Boxen, die die richtige Höhe gehabt hätten, waren zu breit für Condor.

Die Box hatte die Maße 124 (lang) cm x 99 (hoch) cm x 74 (breit) cm. Zum Glück besaßen wir einen Lieferwagen und konnten die Box bequem zum Flughafen im zusammengebauten Zustand transportieren. Ich verfasse noch einen Blogbeitrag zum Bau einer Flugbox nach IATA Vorgaben. Ein Video werde ich auch noch schneiden (geschnitten gehabt haben 🙂 ).

Der Horror einen Abend zuvor

Kurze Zeitreise, wir gehen noch einmal einen Schritt zurück

Es war übrigens ein recht aufwendiger Buchungsakt, um uns, Hund und Termin zu koordinieren. Unser Hund war nur telefonisch bei Condor buchbar. Dafür wurden verschiedene Buchungssysteme verwendet. Wenn in einem System unser menschlicher Flug paßte, konnte der Hund nicht mit. Dann wurde ein Flug gefunden, doch der Hund wurde falsch geprüft. Wir hatten später 11 Revisionsnummern in der Buchung… Es hat Nerven gekostet!

Am 23.06. bemerkten wir am Abend gegen 22.00 Uhr, dass uns Condor gegen 18.00 Uhr die Mitteilung zusandte, dass ich in einer anderen Maschine fliegen würde und deswegen eine Umbuchung bekam. Und ratet mal, was passiert ist: DER HUND WAR NICHT DABEI !!!

Also rief ich am Sonntag Abend bei Condor an und hörte mir 20 Minuten den Hotline Blues an und flog dann aus der Leitung… Nach weiteren 30 Minuten Hotline Blues war ich endlich an der Reihe. Ist ja nicht so, dass es schon nach 23.00 Uhr war und ich auf 240… Nach weiteren 25 Minuten und einem dritten Buchungssystem bekam ich per Mail die Bestätigung, dass der Hund wieder dabei sei. Meine Sitzplatznummer war komisch. So eine Nummer gibt es in den Maschinen mit Business Class nicht…

Jetzt aber, EINCHECKEN

Ich also auf zum Check-In mit guter Laune und der frohen Erwartung guter Dinge. Ich wurde eingecheckt und ich fragte, wie das mit meinem Hund denn nun weiter gehen würde. „Welcher Hund?“ war die Antwort. „Ich habe in der Buchung keine Information über einen Hund…“

PULS auf 280!!

Entspannt dreinblicken, Verzweiflung unterdrücken, Buchungsbestätigung rausholen. Die Dame führte ein kurzes Telefonat, bat darum, den Hund dazu zu buchen und es konnte alles weiter gehen. Es dauerte rund 10 Minuten. Alles gut!

Die Hundebox und Hundeinspektion

Zunächst mußte die Mitarbeiterin von Condor meine Flugbox und den Hund ansehen. Danach wurde ein Mitarbeiter des Flughafens gerufen, der genauer inspizierte. Er checkte die Wasserversorgung, durchsuchte die Box, sah nach, ob der Hund in der Box stehen könne. Mittlerweile waren es nur noch 2 Stunden bis zum Boarding.

Nun der Schreck: Kaschmir wurde sofort mitgenommen. Wir lasen vorher im Internet, man würde noch eine Stunde mit dem Hund draußen sein, damit er noch etwas Bewegung hat. Nein, der Hund mußte sofort mit. Ich rechnete schnell: 7,5 Stunden Flug plus 2 Stunden Aufenthalt im Flughafen… Da kommt Zeit zusammen. Zumal im Zielflughafen Halifax sicher auch Zeit vergehen würde (gehabt haben werden sollen).

Du kannst noch so viele Berichte im Internet lesen, am Ende kommt alles anders. Wer mit Hund verreisen will, kann dies als Anhaltspunkt nehmen, darf sich jedoch nicht sicher sein, daß es gleich abläuft.

An diesem Tag waren es locker 30°C. Wir waren besorgt um Kaschmir. Man versicherte uns, er würde in einer Halle sein und erst kurz vor Abflug an Bord gehen. Genauso so war es! Er war quasi das letzte Gepäckstück! Unser Boarding fing nahtlos an, als man ihn verlud. Ich konnte die Box gerade noch sehen, ich hatte mit anderen Passagieren gesprochen und die achteten mit auf die Verladung.

Paßkontrolle am Frankfurter Flughafen

Wir halten fest

  1. Bloß schauen, dass der Hund in der Buchung berücksichtigt wurde!

  2. Mindestens 3,5 Stunden vor Abflug am Flughafen sein!

  3. Dem Hund locker 8 Stunden vorher nichts mehr zu Fressen geben!

  4. 4 Stunden vor dem Flug nicht mehr zu viel trinken lassen! (sonst bist Du so besoffen, dass Du nicht mehr mit darfst! Ach nee, es geht um den Hund…)

  5. Für den Check-In wenigstens eine Stunde für den Hund dazu rechnen!

  6. Man selbst checkt ganz normal ein. Geht erst durch die Sicherheitskontrolle, dann zur Ausweiskontrolle (per Automat oder bei einem Schalter mit Mensch dahinter) und schlendert weiter zu seinem Gate.

  7. Für das eigene Boarding rund 30 Minuten vor Boardingzeit am Gate sein.

Der Flug

Keine Liegesitze, kein Waschraum, keine Business Class! Ich hatte recht behalten, der Flieger wurde umgebucht und hatte nur Economy und Premium Economy. Einige Fluggäste regten sich tierisch auf und hatten dieses Problem schon häufiger.

Wir saßen zu zweit in einer Dreierreihe. Das war doch schon mal etwas! Mein Sitznachbar war ein Belgier. Na, klingelt da etwas? Genau, das war der Sohn des netten, älteren Ehepaars. Der Auswanderer konnte mir direkt ein paar Tipps geben. Somit fing ich bereits jetzt an, ab sofort ausschließlich nur noch englisch zu sprechen.

Ich hatte Gutscheine für die Umbuchung auf eine andere Flugklasse in Höhe von 70 Euro bekommen und diese wurden hemmungslos im Boardshop rausgedonnert. Ein paar JBL Ohrhörer, ein kleiner, sehr stabiler Regenschirm und ein Multitool. Außerdem gab es ein Formular, mit welchem man einen Teil sein Flugpreises zurückfordern konnte.

Außerdem versuchte ich wenigstens Geld über massenhaft Getränke, die im Preis inbegriffen waren, noch rein zu holen. Das ist mir nicht wirklich geglückt. Zumal ich keine Lust darauf hatte, im Flieger auf Toilette zu gehen.

Der Flug selbst war unspektakulär und pünktlich.

Gepäckbänder in Halifax

Die Landung in Halifax

Der Teil wo wir landeten, Nova Scotia, war nur grün, dann Wasser, dann grün, dann Wasser. Der Flughafen Halifax ist angenehm klein. Ich behaupte dreist, dass der gesamte Flughafen mit Flugfeld in die Halle 1 von Frankfurt paßt.

Wir landeten und ich folgte dem Strom der Menschen. Wir waren die einzige Maschine um 19.55 Uhr (pünktlich). Jetzt kamen die Zoll-Formalitäten. Wir wurden jeder an einen Touchscreen geführt, scannten unseren Ausweis ein und mußten Fragen beantworten. Ich verneinte alles, bis auf eine Frage, wo es um die Einfuhr von Tieren ging.

(Kurzer Nachtrag: Ich war noch außerhalb der Ferienzeit. Abends ist dennoch relativ wenig los, aber 5 Wochen später war der Flughafen bereits deutlich voller, als ich es kennenlernen durfte.)

Danach wanderten wir zu den Gepäckbändern. Es waren genau 2 Stück! Übersichtlich. Weiterhin gab es hinter Band 2 eine Ausgabe für Übergrößen. Nach ca. 30 Minuten, gerechnet vom Ausstieg aus der Maschine, konnte ich Kaschmirs Box in Empfang nehmen. Zwei Männer mußten die durch eine Tür schieben. „The biggest crate“, welches sie jemals sahen.

(Kurzer Nachtrag: Es gibt noch 2-3 weitere Bereiche mit jeweils 2 Gepäckbändern. Diese sind jedoch offener gestaltet und scheinen dann für Inlandsflüge zu sein. Der sehr abgeschlossene Bereich gilt dem Rest außerhalb Canadas. Selbst die US-Amerikaner kommen im geschlossenen Zollbereich an.)

Für den weiteren Transport organisierten die mir einen großen Gepäckwagen einer anderen Fluggesellschaft.

Kurz darauf nahm ich meinen Koffer an. Nun ging es an einen Zollschalter. Die Dame führte mich dann in den hinteren Zollbereich. Hier klärten 2-3 andere Fluggäste ihre Zollformalitäten.

Jemand sah sich meine Box an und schaute rein. Dann mußte ich ca. 35 CAD per Kreditkarte zahlen und durfte weiter.

Geschafft, ich war da!

Nova Scotia von oben

Im Flughafen

Nun schob ich meine große Box durch den etwas engen Zollbreich und dann ins „Freie“. Ich stand in einer netten, kleinen Flughafenhalle. Sie sieht halt so aus, wie die Hallen so aussehen.

Ich kam nur nicht an Kaschmir ran! Der Kofferwagen versperrte die Tür der Box und alleine konnte ich die rund vollkommen unhandlichen 80 kg nicht runter heben. Ich organisierte mir drei Männer, die in der Flughafen“lobby“ saßen und befreiten mit vereinten Kräften Kaschmir aus seiner mißlichen Lage. Ich öffnete die Box, blieb ganz ruhig und ebenso ruhig und gelassen wackelt Kaschmir aus der Box. Ich war schon etwas enttäuscht. Es war keine Freude zu erkennen, nichts. Er kam einfach raus. Okay…

Er war fit, wirkte verschlafen, völlig entspannte Körperhaltung. Hmmm, das hatte ich mir anders vorgestellt. Ich dachte, dass er die Hütte vor Freude abreißen würde, wenn er mich sieht…

Ich machte mich daran, die Box auseinander zu bauen, denn so war diese nicht transportabel. Das dauerte ca. 30 Minuten. Ich befestigte die auf einem zusammenklappbaren Trolley und machte mich dann ziehenderweise auf den Weg ins Hotel am Flughafen.

Rückblick:

Während ich die Box auseinander nahm, interessierten sich viele Menschen für Kaschmir. Darunter auch viele Frauen. Er wurde gestreichelt und geknuddelt und da fing er dann auch an zu jodeln! Toll! Verräter!

Dabei hatte ich im zwischenzeitlich das Futter gereicht, welches noch an der Box war (das gibt man für Notfälle mit). Die Wasserflasche an der Box war leer und wurde ihm vermutlich direkt nach dem Flug gegeben.

Alle Hunde rein ins Bad

Jetzt aber ins Hotel

Eine Nacht mit Hund lag bei ca. 140 Euro. Dafür hatte ich einen Fußweg von 150 Metern bis in den Empfangsbereich des Hotels. Ich bekam ein schönes Zimmer mit einem weichen, kuscheligen Queensbett, einem schicken Bad und genug Platz für Kaschmir. Am nächsten Morgen ließ ich mir vom Hotel noch Hundefutter geben.

Der erste Schritt der Reise war getan. Nun war meine erste Nacht in Kanada angebrochen, ich war hundemüde und ging gegen 22.00 Uhr (Ortszeit) ins Bett. Die letzten 17 Stunden hatte ich keinen Schlaf. Für mich ist das viel 🙂 . Vorher checkte ich Mails, verschickte Whatsapps. Was man halt so macht, um sich zurück zu melden. Internet war im Preis inbegriffen.

Am nächsten Tag ging es darum, ans Wohnmobil zu kommen, welches irgendwo im Hafenbereich von Halifax war. Doch dafür gibt es einen eigenen Blogbeitrag.

Maik

Gebürtiger Norddeutscher (Stade) Jahrgang 1974, gut abgehangen.

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