01.12.2019 bis 31.12.2019: Von 21°C runter auf -5°. Kalifornien im Schnee! Highway 5 gesperrt! Im Meer versunken!

01.12.2019 bis 31.12.2019: Von 21°C runter auf -5°. Kalifornien im Schnee! Highway 5 gesperrt! Im Meer versunken!
Absaufen am Pismo Beach

01.12.2019: Oceanside

Winterblog?? Nene, es fängt richtig sommerlich an! Kalifornien soll immer angenehme Temperaturen haben, wir sind guter Dinge! Lest selbst:

Wir fahren wieder die Westküste entlang. Diesmal Richtung Norden aus mehr oder weniger der Ecke San Diego kommend. Wie, Richtung Norden? Fuhren wir nicht mal die Westküste Richtung Süden? Sehr gut aufgepaßt – mein aufmerksamer Leser! Wir kamen von Seattle und fuhren bis San Francisco. Von dort aus verließen wir die Westküste nach Las Vegas und weiter in den Osten bis rüber nach Denver. Dann ging es in den Süden bis runter zur mexikanischen Grenze und dann gen Westen nach San Diego.

Jetzt fahren wir fröhlich von San Diego bzw. Del Mar in Richtung Norden und wieder auf San Francisco zu. Somit komplettieren wir die Fahrt und haben am Ende die Westküste der USA komplett mit den Reifen unseres Wohnmobils berührt. Der treue Fan weiß, daß auch diese Aussage hinkt. Zwischenzeitlich wechselten wir unsere Reifen. Hach, das ist alles so verwirrend!

Hinter diesem links, rechts, rauf, runter, nord, ost, süd, west steckt ein Plan, der zu dieser Zeit jedoch noch in der Entstehung war. Voll mit den crazy Ideen und so. Soviel sei verraten: Wir möchten nicht in den Winter kommen und diesem entfliehen. Das Wetter hatte dabei so seine eigenen Ideen für uns… Dabei: Winter hatten wir bereits rund um Denver. Das war eigentlich genug!

Was hat das mit Oceanside (der Ort steht in der Überschrift!) zu tun? Da sind wir gerade (also hatten wir damals gerade gewesen getan…)! Ein paar Kilometer nördlich von San Diego. Wir übernachteten auf einem Parkplatz und können fußläufig einen Hafen ansehen.

Im Hafen liegen auf den Stegen richtig dicke Seelöwen. Eine Familie geht mit Kleinkindern bis auf 3 Meter ran. Ich hielt wenigstens 10 Meter Abstand. Seelöwen können gefährlich sein. Und 10 Meter ist wirklich richtig nah. Außerdem hatten die Viecher ein Problem mit Körperhygiene. Die stanken schön ausdünstend vor sich hin…

Die Hafenbesichtigung lohnte sich. Nette Bötchen, wilde Tiere, putzige Geschäfte.

01.12.2019: San Clemente - und zu wenig Bremsflüssigkeit

Wir bewegen uns weiter nördlich und gönnen unseren Hunden wieder das Strand-Hunde-Spaßprogramm. Die Gegend ist sehr schön, das Parken nicht ganz leicht und die Straßen haben oft größere Steigungen. An einer Steigung muß ich auf die Bremse treten und da meckert mich unser Wohnmobil an: Nicht genug Bremsflüssigkeit! Noch nie in meinem Leben hatte ich etwas mit Bremsflüssigkeit zu tun.

Diese Stadt verfügt über mehrere Autoteile-Zubehörhändler. Ich konnte DOT 4 käuflich erwerben und kippte etwas nach. Wir sind aktuell 2 Monate weiter und der Wagen meckert kein Stück. Das Nachfüllen war ein Erfolg.

Im Urlaub mußte ich das zweite Mal in meinem Leben einen Reifen tauschen. Ich wußte gar nicht, daß man selbst Bremsflüssigkeit nachkippen kann. Wieder was neues gelernt. Am Anfang der Reise führte ich erfolgreich eine Fehlersuche per OBD2 (On Board Diagnose) durch. Einmal flickte ich einen Reifen mit Vulkanisierungsstreifen. Jeder Reisende hat auf der Fahrt von etwas zu berichten. Der eine benötigt einen neuen Kompressor für die Klimaanlage. Wir trafen Franzosen, die sich die Heckschürze an einer großen Pfütze abrissen. Die Pfütze war nicht das Problem, aber das fette Loch, welches man Dank Pfütze nicht sehen konnte. Anderen explodierte die Kupplung. Reifenschäden sind was vollkommen alltägliches. Kaputte Frontscheiben sind obligatorisch. Kaputter Auspuff, die Liste ist beliebig lang. Man hört so einiges. Viele hingen schon mal 1-3 Wochen für eine Reparatur an einem Ort fest. Wir durften auch 5 Tage auf neue Reifen warten.

San Clemente

Zum Vergrößern der Bilder einfach anklicken!

02.12.2019: Wir kommen in Los Angeles an

Weiter geht es nach Los Angeles. Auf dem Weg dorthin halten wir in Long Beach. Was soll ich noch schreiben? Hundeprogramm steht an!

Auf der Fahrt sehen wir viele schöne Häuser und eine tolle Landschaft. Der Highway 1 ist mal wieder unser Asphalt unter den Reifen. Die Highways 101 und die 1 bieten eine tolle Kulisse. Die Highways findet man die ganze Westküste entlang und sollten aus unserer Sicht befahren werden. Oft haben die Highways Überschneidungen. Wir schauen, daß wir möglichst nah an der Küste bleiben.

Während wir uns LA nähern, sehen wir viele Bohrinseln im Wasser und an Land. Selbst auf Inseln sind Bohrtürme. Also „echte“ Bohrinseln.

In LA angekommen übernachten wir auf einem Walmart Parkplatz. Das Übernachten ist hier ausdrücklich verboten, jedoch sagt uns ein „Dauercamper“, daß das kein Problem sei. Wir gehen das Wagnis ein. Morgen wollen wir dann kreuz- und quer durch LA fahren.

03.12.2019: Kreuz und quer durch LA

LA ist mal wieder eine extrem lang gezogene Stadt. Es gibt ganz viele, schöne Orte, an die man fahren kann. Leider ist man dafür ewig unterwegs und das Verkehrsaufkommen ist riesig. Parkplätze sind schwer zu bekommen. Fährt man von A nach B, sieht man sehr viele häßliche Seiten von LA.

Diese vielen häßlichen Facetten LA’s haben uns den Spaß an der Stadt komplett genommen. Die Stadt ist voller Dreck und Obdachlosen. Eigentlich müssten nicht so viele Menschen auf der Straße wohnen, wie uns eine Soldatin verriet. LA baute Häuser für Obdachlose. Es gibt nur Regeln: 1. Es dürfen keine Drogen genommen werden und 2. Man muß Ordnung halten. Zwei Regeln, auf die die meisten Obdachlosen vermutlich keine Lust haben. Keine Ahnung, ob die Geschichte stimmt. Fakt ist, daß Dreck allgegenwärtig ist.

Beverly Hills ist schön. Hollywood naja. Der Venice Beach eine Vollkatastrophe. Im Fernsehen hat das mehr Lametta. Der Venice Beach ist fest in der Hand von Obdachlosen. Wir wollten gar nicht erst aussteigen. Ja, es gibt ein paar nette Ecken, aber immer wieder ewig fahren und eine verwahrloste Ecke nach der anderen zu sehen, macht uns überhaupt keinen Spaß. Für uns war Los Angeles schlicht langweilig und unnötig. Ich habe unzählige Punkte genannt bekommen, wo es in LA schön ist, nur können wir fast nie dort parken und man fährt zu lang. 

Im Kopf sind mir nur dreckige Brücken und der frustrierendste Strand von Nordamerika geblieben.

 

03.12.2019: Übernachtung nahe Malibu

Die Nacht verbringen wir an einem Strand nahe Malibu. Wir stehen direkt an einer Straße, allerdings läßt es sich dort dennoch aushalten und wir fanden einfach nichts besseres. Und wir sahen Delfine!

Finn war das vollkommen egal. Er konnte runter zum Strand und war damit glücklich. Am nächsten Tag ging es zum Entsorgen und Wasser tanken und wir fanden einen netten Stellplatz an einem noch viel netteren Strand in Summerland (Kalifornien).

Wasser finden wir auf Rastplätzen, Campingplätzen oder Wasserverkaufsstellen. In Nordamerika ist das Wasser nicht immer sehr gut und darum gibt es Unternehmen, die sauberes Wasser herstellen, wo man es dann abfüllen lassen kann. Meistens kostet uns Wasser nichts, ansonsten rechnen wir mit rund 50 Pfennig (äh, nein, äh, Cent) für 10 Liter. 

Beim Entsorgen stellt sich einem der Kaschmir gerne in den Weg. Das ist immer ganz toll, wenn man gerade eine Toilettenkassette wegkippen will, in denen die braune Soße fröhlich hin und her schwappt und ein kleiner Hund einem zwischen die Beine läuft.

Strand in Malibu

Zum Vergrößern der Bilder einfach anklicken!

04.12.2019 bis 10.12.2019: Summerland und Abstecher nach Santa Barbara

Die nächsten Tage verbringen wir in Summerland (Kalifornien). Je länger unsere Reise geht, umso größer werden die Standzeiten. Wir brauchten einmal Ruhe und Entschleunigung. Am Anfang standen die Nationalparks an und dieses „Programm“ arbeiteten wir erfolgreich ab. Wir sind zudem bekennende Freunde von Stränden und dem Meer. Es macht Spaß zu sehen, wieviel Spaß die Hunde haben.

Zwischenzeitlich hatte Iris für 2-3 Tage eine leichte Unpäßlichkeit und wir entschieden, länger an diesem Platz zu bleiben. 

Und für uns war es schön. Das Wetter hat gut mitgespielt. An dem Strand wohnt zeitweise jemand, obwohl er ein richtiges Haus hat. Iris traf Ute aus Deutschland, die schon seit vielen, vielen Jahren in den USA lebt. Ute kommt mit ihren Pferden zum Strand. Täglich kam die Polizei vorbei. Sie grüßten grundsätzlich freundlich.  Die Bahnlinie direkt am Platz störte uns nicht. Sie fuhr nicht in der Nacht. Täglich liefen wir den Strand auf und ab.

Später gesellten sich noch Ulla und Hans aus Deutschland zu uns. Sie haben einen sehr schönen, extra auf deren Bedürfnisse abgestimmten LKW mit toller Wohnkabine. Wir haben ein Wohnmobil auf Lieferwagenbasis, deren Wohnmobil hat eine LKW Basis und somit um die 7.5 Tonnen (+/-).

So wirklich viel haben wir in Santa Barbara nicht gesehen. Hat sich nicht so wirklich gelohnt. Wir hätten für 12 Dollar pro Person eine Kirche/Mission ansehen können. Der Preis wirkte für das Gebotene leicht überzogen.

11.12.2019: Surf Beach / Vandenberg Airforce Base

Wir übernachten an einem Surf Beach nahe der Vandenberg Airforce Base. Wir stehen direkt an einer Bahnhaltestelle. Was soll ich sagen? Strand -> Hundeprogramm -> läuft!

Ein paar Besonderheiten gibt es dennoch. An diesem Strand wird vor wiederholten Haiattacken gewarnt und uns fällt das Rohr unseres Grauwassertanks runter. Ich hatte wieder etwas zu basteln. Zunächst packen wir das Rohr jedoch ein und fahren es spazieren. Läuft!

12.12.2019 bis 15.12.2019: Pismo Beach / Oceano Dunes / California State Park

Die nächste Nacht verbringen wir in Santa Maria auf einem Parkplatz.

Wir fahren weiter und kommen an einen State Park. Es ist ein langer Strandabschnitt mit Sand-Dünen und ausdrücklich ein Bereich für alle möglichen motorbetriebenen Fahrzeuge. Hier fahren Motorräder, Quads, Jeeps, einfach alles was Reifen hat. Vorzugsweise sind alle Fahrzeuge allrad-betrieben. Auf einem Strand kann man sich leicht festfahren. Dieser State Park kostet je Übernachtung 10 USD. Wir ziehen zunächst für 5 USD eine Tageskarte und schauen, ob wir überhaupt am Strand entlang fahren können. Ein netter Mann erklärt uns, daß wir, wenn es uns gefällt, einfach einen Aufpreis auf die 10 USD pro Nacht zahlen könnten. 5 USD mehr und die Übernachtung geht klar. Er gibt uns auch den Tipp, erst einmal zu checken, ob der Strand etwas für uns ist.

Wir fahren den kilometerlangen Strand entlang und sind begeistert. Allerdings merken wir, daß wir sehr darauf acht geben müssen, uns nicht festzufahren. Also zurück zum Bezahlhäuschen, nochmal 5 USD drauf packen und ruff uff den Strand.

Den Pismo Beach werden wir so schnell nicht vergessen. Die Hunde haben ihn wieder geliebt. Das Wasser hatte wenig Wellen. Der Sand war weich.

Unsere Bilanz auf dem Pismo Beach:

  • 3-5 Mal festgefahren
  • 2 Mal rausgezogen geworden (Dank an Carmen und Saul!)
  • 2-3 Mal selbst wieder ausgegraben
  • Das erst mal Quad gefahren
  • Eine Parade weihnachtlich geschmückter Fahrzeuge in der Nacht
  • Direkt nach dem Strandaufenthalt kauften wir Abschleppseil und Schekel
Bisher zeigten sich die Amis sehr hilfsbereit, wenn es darum geht, jemanden zu unterstützen. Wir stecken fest, ein Mann fragt, ob er seinen Truck holen soll, ein weiterer Mann gibt gute Tipps, wie es noch besser geht. Alle ziehen an einem Strang. Hier wird sich im Minutentakt festgefahren und manche haben sich einen Spaß daraus gemacht, permanent zu helfen. Genial!
So lernten wir, daß ein Luftdruck um die 1.8 bar für den Strand viel besser ist als unsere 4,4 bar vorn und hinten 5,1 bar. Es half uns, aus eigener Kraft viel weiter zu kommen. Auch für den Abschlepper ist ein niedriger Reifendruck Gold wert. Die Hilfe von Carmen und Saul war grandios!!! Danke! Danke! Danke!
Zusätzlich finden wir heraus, daß die Fiat Camper Lösung mit dem Abschleppring vorne eine vollkommene Fehlkonstruktion ist. Nehmt Euch bloß Schekel mit, wenn ihr einen Fiat Ducato habt. Schaut Euch die anzuschraubende Abschleppöse genau an! Das Ding ist eine Katastrophe. Um das Seil dran zu bekommen, mußten wir die Öse mit zwei Schekeln verlängern, da die Abschleppöse in der Kunststoffverkleidung verschwindet. Ein Hoch auf die Ingenieure (nicht….)!
Wir lernen eine französische Familie kennen, die sich auch festfährt und die wir später in Mexico wiedergesehen gehabt haben werden. Nordamerika ist ein Dorf 🙂 .
Tolle Community am Pismo Beach! Ein grandioses Erlebnis, eine tolle Zeit! Carmen und Saul bieten uns an, Quad zu fahren. Das hat Laune gemacht. Nun kommen ein paar Bilder mehr als sonst:

16.12.2019: Hearst Castle

Auch der schönste Strand muß einmal ein Ende finden. Es stand noch ein Highlight auf dem Programm: Hearst Castle. Auf Polarsteps (dort kann man aktuell sehen, wo wir sind http://polarsteps.com/MaikOellerich) schrieb ich folgenden Kommentar:

 

 

„Hearst Castle besichtigt. Der Typ war extrem reich und baute sein eigenes Schloß.
Größen wie Charly Chaplin gingen dort ein und aus.
Der Typ war nur sehr wankelmütig und hat einiges an Geschmacklosigkeit verbaut.
Auf jeden Fall eine Reise wert.“

Das Schloß ist in 3-4 Bereiche aufgeteilt. Jeder Bereich kostet rund 20-30 USD pro Person Eintritt. Aus meiner Sicht eine nette Abzocke. Die Führung dauert knapp zwei Stunden. Man wir 1,5 Stunden totgelabert und geht dann für 30 Minuten durch 3-4 Räume. Danach kann man sich den gesamten Außenbereich ansehen. Für die Kohle hätte man sich gerne den ganzen Bau ansehen müssen dürfen getan haben.

Ich gebe zu, ich bin ein Kulturbanause. Ich finde es eher so mittelprächtig und ziemlich lieblos zusammen gezimmert. Seine Erben hatten Glück. Bevor er das Machwerk beenden konnte, segnete er das Zeitliche. Den Bunker haben sie dann direkt an den Staat abgegeben. Nicht alles ist fertig, ein Teil ist noch im Rohbau. Häßlich und ein Millionengrab. Tolle Hinterlassenschaft…

Die riesengroße Anlage drumherum ist toll. Wir klauten Mandarinen und Zitronen. Die waren lecker.

Vor der Besichtigung des Schloßes übernachteten wir einige Kilometer entfernt an der Pirates Cove. Diesmal kein Hundeparadies, aber für einen 20 Minuten Spaziergang ganz okay. Nach dem Hearst Castle verbrachten wir die Nacht im San Luis Obispo County auf einem Parkplatz mit schicker Aussicht.

Am 17.12.2019 stehen wir auf einem total sexy Seitenstreifen bei einem Flughafen.

Ich könnte diesen Tag noch sehr viel weiter ausschmücken, nur wüßte ich nicht wie. Ich denke, ich mache einfach mit dem nächsten Tag weiter!

Ich erwähne nur so nebenbei, daß dieser Tag noch ein Hundeprogramm am Strand hatte. Vermutlich für die nächsten Tage der letzte Strandtag, denn wir werden uns über das Landesinnere Richtung Süden aufmachen. Wie immer ist die Fahrt an der Westküste einfach traumhaft schön.

18.12.2019 bis 22.12.2019: Lockwood, Williams Hill Campground

Die nächsten Tage stehen wir auf sehr schönen, freien Campground. Die sind unglaublich liebevoll angelegt. Man hat einen Unterstand und eine Feuerstelle. Die verschiedenen Plätze liegen wenigstens 30 Meter auseinander und sind sehr groß.

Es gibt kein Wasser oder Strom, jedoch gepflegte Plumsklos. Die sind massiv aus Stein gebaut, haben eine normale Schüssel, nur kein fließend Wasser.

In der Umgebung kann man wandern. Hier bleiben wir erst einmal. Je länger die Reise dauert, umso größer wird das Bedürfnis, an einer Stelle zu verweilen. Es ist schon verrückt, daß ein kostenfreier Platz so viel schöner ist, als viele kommerzielle Standorte.

Hier haben wir Internet, ich kann mal wieder online zocken, der Blog wieder fortgeführt und das Wetter spielt mit. Es stehen mit uns zwei weitere Parteien hier. Das Areal bietet nur 5 Plätze. Platz wäre hier ohne weiteres für 20 Stellplätze.

Das Wetter wird schlechter, wir stehen mittlerweile nach ein paar Tagen nur noch alleine hier. Ein Ranger sagte uns, es gäbe weitere, sogar noch schönere Plätze. Wir beschließen einen neuen, vom Ranger vorgeschlagenen Platz aufzusuchen.

23.12.2019 bis 25.12.2019: Sweetwater Laguna Mountain

Dieser nächste, kostenlose Platz hat nur 4 Stellplätze. Wieder alles sehr großzügig. Diesmal ist der Boden weicher, unsere Hunde fühlen sich deutlich wohler. Und wir können Wanderungen machen!

Am 24.12.2019 beschließen wir, uns den Wasserfall anzusehen. Das Wetter ist trocken, jedoch macht der noch nasse Boden das Fortkommen etwas beschwerlich. Wir sammeln viel Matsch an den Schuhen. Wir gehen dem Schild nach, welches uns den Weg weist. Nach einer Stunde gewinnen wir den Eindruck, daß wir falsch sind. Über die App Maps.Me finde ich heraus, daß wir vermutlich auf dem Berg-Rundweg und nicht dem Trail zum Wasserfall sind.

Nach lockeren 8 km kehren wir um. Der Wasserfall sollte viel näher sein. Am Platz zurück wurmt es mich, daß wir nicht in der Lage waren, den richtigen Weg zu finden. Mit Maps.Me und einem geschärften Blick bewaffnet, gehe ich ein weiteres Mal den Anfang des Wanderweges ab. Tatsächlich bemerkte ich nach 400 Metern unseren Fehler. Ein Schild weist auf eine kleine Schotterpiste hin, die zum Wasserfall führen soll. Zu unserer Ehrenrettung: Das konnte man echt, wirklich und ganz bestimmt übersehen!!!

So ganz schlecht war die Wanderung nicht, denn es war eine gute Investition in unsere Fitneß.

Sweetwater Laguna Mountain Wasserfall

Da wir gestern sackedumm und zu strunzeblöd waren, den richtigen Weg zu finden, wollten wir heute den zweiten Versuch starten, den Wasserfall zu finden. Wir nehmen diesmal den kleinen Abzweig.

Es wird ein putziges Abenteuer. Wir wandern enge Wege entlang und überqueren einen Bachlauf. Am Wegesrand steht ein Baum voller Eicheln. Er dient vermutlich als Winterlager für die Eichhörnchen. Die haben nicht nur hunderte, sondern tausende von Eicheln in den Baum getrieben.

Um zum Wasserfall zu gelangen, müssen wir uns abseilen. Es geht viel zu steil einen Abhang herunter. Freundlicherweise hat jemand ein Seil an einem Baum befestigt. Unsere allrad-betriebenen Hunde benötigen das Seil nicht. Unten am Wasserfall angekommen, werden wir mit einer natürlichen Umgebung und einem schicken, kleinen Wasserfall belohnt.

Wir sind nicht die einzigen, die sich auf die Reise machen. Unterwegs treffen wir andere Wanderer, die bereits auf dem Rückweg sind. Die geben uns auch einen Tipp, so daß wir den Eingang zum Wasserfall nicht verpassen.

Es sind mehr als die angegebenen 3 Kilometer. Das Wetter ist ordentlich, der Weg weniger matschig und wir sind mit der Tagesausbeute sehr zufrieden.

Ein weiteres, im wahrsten Sinne des Wortes >kleines< Highlight ist die Zecke, die sich Iris eingefangen hat. 2 Monate später können wir behaupten, daß die Zecke Iris nichts anhaben konnte.

 

25.12.2019 bis 27.12.2019: Highway 5 gesperrt!

Mensch! Wir sind mitten in Weihnachten! Das hat mir doch keiner gesagt! Wir fahren am 25.12.2019 weiter und bekommen Schnee! Ja Wahnsinn, es ist wirklich Weihnachten.

Wir sind allerdings immer noch in Kalifornien und so viel Schnee kennen die anscheinend nicht. Menschen halten am Straßenrand und lassen die Kinder im Schnee spielen. Das sieht alles sehr witzig aus, denn so wirklich passend sind viele nicht gekleidet. Gut, die ziehen die Winterjacken schon an, wenn wir noch das T-Shirt für warm genug halten, jedoch ist deutlich zu erkennen, daß man sich über den Schnee freut.

Hmmm, warte mal, das mit dem im Schnee spielen kommt doch erst in ein oder zwei Tagen… Das kommt davon, wenn man konsequent 2 Monate hinterher hängt… Dat gibt Kuddelmuddel!

Wir wollen entsorgen, Wasser tanken und fahren auf dem Highway 5 Richtung Grapevine. Davor übernachteten wir auf einem Autobahnparkplatz. Bisher konnten wir weder entsorgen, noch Wasser tanken.

Hau weg das mit der Chronologie! Ich möchte den 25.12.2019 bis 27.12.2019 einfach mal wild mischen! Warum? Weil ich es kann!

Wir verließen den schönen Stellplatz und fuhren durch eine tolle Landschaft. Wir kamen an einer Pfauenfarm vorbei, sahen Ölbohrtürme und übernachten zunächst auf einem Parkplatz. Ja, das stand oben schon!

Am 26.12.2019 geht es Richtung Grapevine weiter. Wir fahren den Highway 5. Auf dieser Strecke kommen Rastplätze mit Frischwasser und Entsorgung. Wir bemerken, daß der Verkehr ins Stocken gerät, bis er komplett steht. Es wird dunkel und wir schaffen es auf einen Seitenstreifen an einem Rastplatz. Wir stehen wild, bzw. illegal an der Seite. Manche wollten mitten auf dem Highway bleiben, diese wurden jedoch von der Polizei „geräumt“.

Wir haben kein Wasser mehr… Ich frage bei einem Motel nach und die erlauben uns, kostenlos unser Wasser aufzufüllen. Prima! Ein Problem gelöst.

Jetzt will man natürlich wissen, weshalb man auf diesem Platz steht. Der Highway ist hier bereits schon 24 Stunden gesperrt. Ach ja? Toll! Und wir rappeln ohne Vorwarnung dort rein. Hurra! Die Theorien, weshalb gesperrt wurde, sind recht willkürlich und kreativ. Da spricht man von Autounfällen oder Willkür oder Vereisung. Am Ende sind wir der Meinung, daß Schnee und Eis die Gründe gewesen sein müssen. Denn unsere spätere Weiterfahrt zeigte, daß unsere angepeilten Rastplätze gar nicht befahrbar waren, da diese bis zu hüfthoch voller Schnee waren (also wenn man eine besonders niedrige Hüfte hat…).

Um 2 Uhr in der Nacht werden wir von der Polizei geweckt. Wir sollen umdrehen und auf den 3 km entfernten Rastplatz fahren und dort weiter übernachten. Das machen wir auch. Wir übernachten vor dem Black Bear Diner, wo wir am nächsten Tag etwas essen.

 

Spaß am Highway 5

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27.12.2019 bis 29.12.2019: Wir rollen wieder auf dem Highway 5

Am nächsten Morgen kommt die erlösende Meldung, daß der Highway wieder frei ist. Wir gondeln weiter und sehen die Bekloppten am Straßenrand im Schnee spielen. Wir sind, so ganz nebenbei bemerkt, auf dem Weg zum Joshua Tree Nationalpark.

Wir sehen zwischendurch die berühmte Route 66 und befahren diese. Im Moment sind Parkplätze vor Supermärkten unser Nachquartier. Zwischendurch bekommen unsere Hunde die Chance im Schnee zu spielen. Sie lieben Schnee.

Es stehen immer noch kilometerweise Autos am Straßenrand. Die spielen alle im Schnee. Total bekloppt! Es sind einige Mexicaner dabei, die vermutlich in einer Gegend leben, wo Schnee nicht unbedingt alltäglich ist.

Wir essen bei einem koreanischen All-You-Can-Eat Barbecue (BBQ).  Für knapp 15 Dollar dürfen wir 5 verschiedene Fleischsorten essen, bekommen Reis und bedienen uns an der Salatbar. Nachtisch ist auch dabei. Das Essen bereiten wir selbst am Tisch zu. 2 Dollar extra und wir bekommen so viele Softdrinks, wie wir schaffen. Es war saulecker.


Mexicaner? Mexikaner? Canada? Kanada? Watt denn da?

Ich sach et Dir! Ich lebe meine freie, kreative Ader aus! Ich war nie auf einer Schule, wo ich meinen Namen tanzen durfte! Dafür haue ich jetzt auf die Kacke! Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt und schreibe so, wie ich es will!

Wintereinbruch in Kalifornien

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30.12.2019 bis 31.12.2019: Joshua Tree Nationalpark

Unser Schwenk durch die Welt hat einen Grund: Wir wollen noch zum Joshua Tree Nationalpark. Hier stehen Bäume, die entfernte Ähnlichkeit zu Kakteen haben. 

Wir übernachteten kurz vor dem Park und fuhren dann am nächsten Tag rein, bzw. durch. Zuerst war noch alles voller Schnee, plötzlich ändert sich die Vegetation und der Schnee ist weg. Der Übernachtungsplatz war kostenlos und davor konnte man ein paar Panzer bewundern.

Überall guckt das Gestrüpp aus dem Schnee. Wenn das Gestrüpp reden könnte, dann würde es uns sicher fragen was der Scheiß denn soll? Schnee gab es sicher schon lange nicht mehr.

Wir wandern ein wenig um die Joshua Trees. Der Kaschmir wälzt sich im Schnee. Die Durchfahrt durch den Park ist nett. Die Joshua Trees sehen interessant aus. Für mich nun kein Park, den man unbedingt gesehen haben muß. Nett war er dennoch.

Bevor wir am 01.01.2020 die mexikanische Grenze erblicken, übernachten wir noch an einem See. Dort sind viele motorisierte Segler unterwegs und wir sehen komische Vögel.

Die Silvesternacht verläuft sehr ruhig. Unsere Hunde mußten kein übermäßiges Geböller ertragen. So kamen Mensch und Tier entspannt ins neue Jahr.

Der nächste Blog behandelt dann die Baja California. Das ist Mexico. Aber irgendwie auch nicht. Dazu mehr im weiteren Blog, meine lieben Leser!

Wie sagte Michael Jackson schon: „This is it!“

Und das war es dann auch für heute… !!!

Also fast: Wir unterlagen recht deutlichen Temperaturschwankungen. Von etwas über 20 Grad Celsius, runter bis etwas unter 0 Grad Celsius und am Ende wieder eher bei rund 10 Grad Celsius. Und wir sind nicht weit entfernt von 20 Grad Celsius und mehr! Nordamerika ist schon groß…

Maik

Gebürtiger Norddeutscher (Stade) Jahrgang 1974, gut abgehangen.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Uwe Oellerich (Vater)

    Ja, ich weiß, ich wiederhole mich, aber es ist ein Genuss Deine Texte zu lesen. Manchmal muss ich erst die „Lachtränen“ wegwischen bevor ich weiterlesen kann. Ich freue mich auf den nächsten Blog! Bis dahin, passt auf Euch auf und habt viel Spaß ❣😘😘🤗

    1. Maik

      Der nächste Blog wird schneller kommen. Mexico war nicht so der Brüller. Wobei die Baja California nicht wirklich Mexico ist. Mexico ist insgesamt 5,5 mal größer als Deutschland. Deutschland ist 5 mal größer als die Baja. Deutschland ist 5 mal größer als die Baja. Die Baja hat rund 3.4 Millionen Einwohner.
      Ich will selbst Spaß am Blog haben. Wenn ich in Polarsteps was schreibe, dann hat der Karsten mir mal die Notiz hinterlassen: „Das war ein typischer Oellerich.“
      Ich habe wohl meinen eigenen Stil 🙂 . Und der kennt mich gar nicht so lang 🙂 .

  2. Uwe Oellerich (Vater)

    Übrigens, ein genialer „Trick“, der mit dem Datumswechsel vom 10.12 2019 auf den 11.10.2019, um dann mit 12.12.2019 fortzufahren! 😂👍
    Der Alte hat’s nicht gemerkt, aber die Gemahlsgattin. 🤪😉

    1. Maik

      Äh, dat is so. Wegen weil.. Also…
      Korrigiert 🙂

  3. Angelika Schulz

    Wieder einmal ein sehr interessanter Reisebericht mit vielen unterschiedlichen Eindrücken. Malibu hat uns gut gefallen und natürlich auch Pismo, etc. Außergewöhnlich auch das kuriose Weihnachtsauto. Die Festfahrerei hat natürlich nicht nur Nachteile: Man hat schnell Kontakt und lernt auf diese Weise nette Gleichgesinnte kennen. Das ist wirkliches mobiles Reisen inkl. Abenteuer und mal ein anderes Weihnachten als zu Hause! Sehr schöne Fotos und toll berichtet – wir genießen es, virtuell dabei sein zu können Danke und liebe Grüße

    1. Maik

      Wir sind mittlerweile Spezialisten im Freibuddeln und haben Bretter dabei. Wir wissen, wann man lieber direkt stehen bleibt und frühzeitig mit den Brettern anfängt. In Mexico haben wir Mexicanern geholfen, die etwas unbeholfen waren :-).

  4. Ingrid Gallasch

    Hi ihr Zwei- und Vierbeiner, wieder haben wir mit Vergnügen die Beiträge gelesen und somit an der Tour teilgenommen. Über Abwechslung jeglicher Art könnt ihr ja nicht klagen. Erfahrungen machen klug und auch erfinderisch. Es ist beruhigend dass ihr für jede Unpässlichkeit Lösungen findet und nebenbei hilfsbereite und nette Zeitgenossen kennenlernt. Die Fotos sind immer gelungen und vermitteln einen guten Eindruck vom Land, die Natur bringt vielfältiges hervor, auch was bei uns unbekannt ist. Ihr macht es total richtig und wünschen euch noch viele schöne Begegnungen und Erlebnisse. Genießt alles, nicht nur die kulinarischen Highlights. Bis zum nächsten Blog denken an euch Mama und Papa, bleibt gesund und Iris, lass Dich nicht wieder von einer Zecke heimsuchen!

    1. Maik

      Gesund sind wir, wir können noicht klagen! Morgen lernen wir den Wilden Westen in Tombstone kennen, aber das kommt im übernächsten Blog 🙂 ,

  5. Ja auf so einem Blog kann man seinen schriftstellerischen Fähigkeiten vollen Lauf lassen. Der Leser muss sich selber zurechtzufinden. Ich musste nochmals den letzten Blog lesen weil ich dachte ihr seit schon in Mexico. Aber nun bin ich soweit wieder auf dem Laufenden. Freue mich schon auf Deinen witzigen und interessanten Bericht aus der Baja California. Wünsche nachträglich noch frohe Weihnachten und alles Gute für‘s 2020 😜
    LG Roland

    1. Maik

      Und der nächste Blog ist schon fast fertig! Die Baja hat uns nicht so gut gefallen, aber beim Schreiben des Blog ist mir aufgefallen, daß wir mehr erlebten, als wir dachten.
      Alles Gute im neuen Jahr!

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