10.09.2019 bis 18.09.2019: Eine dicke Überraschung! Der Weg bleibt das Ziel!

10.09.2019 bis 18.09.2019: Eine dicke Überraschung! Der Weg bleibt das Ziel!

10.09.2019 (Willkommen in Vancouver!)

Da ist sie schon, die nächste, größere Stadt: Vancouver!

Zunächst landen wir etwas abseits eines Walmarts in einer Seitenstraße. Dort übernachten wir vom 09.09. bis 10.09.2019. Eine ruhige Nacht zwischen einigen Wohnmobilen, die so etwas wie Dauerstellgäste zu sein scheinen.

Es fällt auf, dass viele Walmarts das „Overnight“ Campen/Stehen verbieten. Das dürfte einen einfachen Grund haben: Es stehen da sonst einfach zu viele ranzige, alte Camper rum, die die Umgebung mit Ihren Stromaggregaten nerven.

Eine dicke Überraschung:

Da unsere Handbremse nicht mehr ganz optimal zieht, gehe ich zu einer Werkstatt in der Nähe. Dort sitzen zwei junge Menschen. Ein junger Mann tippt auf einem Laptop, daneben sitzt eine junge Frau. Ich grüße kurz und warte, dass der weitere, ältere Mann hinter der Theke Zeit für mich hat. Bei den jungen Leuten ist mir nicht klar, ob die zum Laden gehören oder ebenfalls warten.

Irgendwie ist etwas seltsam. Die schauen mich kurz an und dann wieder weg. Dann schielt mich die junge Frau komisch von unten an. „Spooky!“ Sie guckt weg und schaut mich wieder so seltsam an.

Sara und Paul

Ich komme ins Grübeln:

  • „Habe ich wieder so einen fetten Popel aus der Nase hängen?“
  • „Oh nein, T-Shirt ist nicht gebügelt!“
  • „Hmmm, gerade geduscht… Übler Achselgeruch frühestens in 5 Stunden.“
  • „Verdammt! Hose wieder offen stehen gelassen!?“

Ich kann mir keinen Reim darauf machen. Nun schaut sie mich unverholen an. Ey, was ist denn jetzt? Ich will gerade etwas sagen, da spricht die junge Frau:

„Didn’t we already meet?“

Hmmm, ob wir uns schon mal trafen? Was weiß denn ich?! Mein Gesichtergedächtnis ist nicht immer gut. Ich fange an zu rätseln und nenne mögliche Orte. Ich liege immer falsch. Sie erwähnt „Nova Scotia“. Hmmm, da war doch was. Irgendwann komme ich auf Meat Cove. Endlich ein Treffer!! Und nun wußte ich wieder alles. Das sind Sara und Paul (die Namen erfuhr ich erst in Vancouver), die ich so ziemlich am Anfang meiner Reise traf, als ich allein mit Kaschmir unterwegs war. Ich erinnere mich daran, dass beide in Canada arbeiteten, aus Frankreich kamen und nun endlich mal Canada bereisten. Vor lauter Arbeit sahen die nämlich nichts von Canada.

Nach über 6.000 km Distanz (gefahren sind wir mittlerweile 12.000 km) sehe ich Sara und Paul wieder. Nordamerika ist ein Dorf!

Sie haben ein paar Reparaturen an ihrem Auto zu erledigen. Nur für ihre Reise haben sie in Canada ein Auto gekauft und den Van nach eigenen Vorstellungen umgebaut. Deren Umbau ist einfach ein Knaller. Das haben die richtig gut selbst gemacht. Damit sie den Wagen später verkaufen können, muß er in Ordnung sein.

Die beiden haben einen wirklich grandiosen Camper selbst gebaut (könnte ich schon mal erwähnt haben). Ganz großer Respekt an die beiden!

11.09.2019: Vancouver (Ambleside Beach)

Die Franzosen sagten uns, dass es am Wasser noch einen schöner Stellplatz geben würde.

Ja, dieser Platz ist schöner. Direkt am Wasser. Wir können draußen grillen und die Hunde haben ihren Freilauf. Das Wetter ist prima.

Schiffe fahren vorbei, ein Seehund ist im Wasser. Mehr brauchen wir nicht.

Sonnenuntergang in Vancouver

Am 11.9. waren wir unsere Wäsche waschen. Wir nutzten den Hin- und Rückweg zum Sightseeing. Wir sahen uns die Innenstadt Vancouvers nur vom Wohnmobil aus an. Es gab in Hafennähe eine sehr ansehnliche Innenstadt. Der Rest war eher belanglos, vielmehr sogar schockierend. Wir passierten eine kilometerlange Straße, die voller Drogenabhängigen war.

Die schlimmsten Ecken haben wir gar nicht fotografiert. Größere Bilder erspare ich Euch.

Drogenstraße Vancouver

12.09.2019: Auf nach Vancouver Island

Wir fahren zur Horseshoe-Bay von Vancouver und setzen über nach Vancouver Island (Nanaimo). Dabei entstand ein legendäres Video! Es hat Tiefgang und zeugt von höchster, filmtechnischer Kompetenz. Die gesprochenen Worte sprühen vor Eloquenz, die Kameraführung ist oscarreif!

Schaut es auch an!

 

Am Ende der Fährfahrt stand ich im Nieselregen auf dem Sonnendeck. Ziemlich beschissen geplant, etwas Sonnendeck zu nennen, wenn es regnet. Einmal mit Profis, verstehste?

Und dann haut so ein Honk noch das Horn raus. Kurzzeitig dachte ich, mir schießt braunes Pipie aus der Hose, so laut war das. Das verletzte garantiert Menschenrechte!

Vermutlich bekam der Kapitän mein emotionales Video vom Beginn der Fahrt in den falschen Hals, der Otto! Sorry: Oddo!

Wer diesen Text nun verwirrend fand, dem kann ich nur entgegnen: Ja!

Die Nacht verbringen wir auf einem Costco Parkplatz. Nicht so wirklich der Hit… Es ist dunkel, wir sehen nicht mehr viel, da nimmste, waste kriechst!

13.09.2019 (Irgendwo auf Vancouver Island)

Diese Nacht wird wieder mitten in einem Wald sein. Das Wetter ist gegen uns. Es regnet die ganze Zeit und das nervt extrem. Schön ist echt anders!

Der Wald dagegen ist beeindruckend. Die Farben zeigen sich in sattem grün. Wir sind nahe an einem Fluß.

Zum Glück waren wir früh hier, die kleinen Plätze füllen sich recht bald. Das ist schon das Ende des Tages, und hiernach kommt vollkommen unchronologisch der Beginn des Tages 🙂 .

Schlafplatz Vancouver Island

Am Anfang des Tages waren wir noch an einem Strand. Das ist das Hunde-Programm.

Strand funktioniert immer. Bei Mensch und bei Tier ^^.

Wir müssen nur Finn davon abhalten, zuviel Wasser zu trinken. Er beißt gerne wie ein Bekloppter in die Wellen.

Kaschmir schwimmt gerne mal eine Runde und hat dann genug oder er rennt dem Finn hinterher. Sobald der Finn einen Stock hat, ist der Stock wichtiger als die Wellen. Wir machen immer ein paar Kilometer an so einem Strand.

 

Hunde am Strand

Um bei der „Nicht-Chronologie“ des Tages zu bleiben, waren wir nach dem Strand und vor unserem Schlafplatz im „Urwald“ (Regenwald) in einer kleinen „Stadt“. Wir trauten unseren Augen nicht. Inmitten von Golfern standen unzählige Rege. Die rehten da einfach so rum.

Man erklärte uns, wir würden gerade drei Generationen von Rehen sehen. Wir haben wahnsinnig viele Bilder aufgenommen. Die folgen nun in der nächsten Bildergalerie. Es sind immer wieder neue Fotografen dazu gekommen.

Einmal hatte ich Angst, dass ein Golfer die Rehe abschießt. Nein, er spielte elegant über die Rehe. Ich vermute, die sind mittlerweile ein mit eingeplantes „Handicap“.

Ich schleiche mich also mit dem Zoom meiner Kamera heran, um dann festzustellen, dass es gar kein Problem ist, sich auf bis zu 3 Metern zu nähern. Wir haben hier in Canada häufiger Rehe in Vorgärten beobachtet, aber die hier waren die Krönung der Zutraulichkeit.

Und schwups ist der Tag zu Ende und es kommt der 14.09.2019 in oder auf Vancouver Island. Wir bleiben an dem gleichen Platz am Wasser. Wir machen einen Tag im Prinzip nichts. Es regnet vor sich hin. Der Regen wird uns lange Strecken auf Vancouver Island begleiten.

Wir sehen uns ein wenig um. Die Leuten scheißen hier ungehemmt in die Umgebung und sind unfähig, ihren eigenen Scheiß zu verbuddeln und verteilen fröhlich ihr benutztes Toilettenpapier. Was ist nur so schwer daran, mit einem Spaten oder etwas Moos seinen persönlich produzierten Unrat zu verdecken?

15.09.2019 (Tofino und Ucelet auf Vancouver Island)

Tofino wurde uns als der „Burner“ schlechthin auf Vancouver Island angepriesen. Der Hotspot. Der place to be. Da müssen wir hin. Hier finden wir unsere innere Mitte.

Es ist ein totaler Touribunker. Jeder Weg zum Strand ist durch Ressorts versperrt. Vermutlich ist es toll für Surfer. Wir sind keine Surfer.

Hunde im Strandlicht

So manche Empfehlung zeigte sich bereits als Luftnummer. Es ist nicht so wirklich leicht, die guten von den schlechten Tipps auseinander zu halten.

Es ist jedoch schwer, denn jeder hat seine persönliche Einstellung zu seinem Paradies. Mit einem Wohnmobil kommt man schlecht in Tofino zurecht. Die haben wohl keine Lust auf diese Art der Camper. Man sieht Surfshop neben Surfshop. Wir ziehen weiter und finden zum Glück einen Zugang zum Strand. Das Hundeprogramm ist gesichert!

Durch Ucelet sind wir nur durchgefahren. Es ist Tofino in heruntergekommen. So richtig geht da der Puck auch nicht mehr ab. Die Saison ist allerdings nicht mehr in der Blüte ihrer Zeit.

16.09.2019 (Dino Adventure)

Der Schlafplatz vom 15.09. auf den 16.09. ist mal wieder grandios. Ein reißender Fluß und ein toller Wasserfall sind in der Nähe.

Das eigentliche Highlight war ein Treffen mit Dino-Adventure. Wir trauen unseren Augen nicht: Ein LKW mit Wohnkabine aus Leverkusen! Quasi direkt in Nachbarschaft zu unserem Wohnort zu hause.

Wasserfall am Stellplatz

Folgt Dino-Adventure! Die beiden sind richtig gut, im Jahre 2019 deutlich unter 30 Jahre alt. Sie fahren einen Iveco LKW. Es war mal ein Feuerwehr-Fahrzeug aus Frankreich. Sie wollen von Alaska bis ins Feuerland!

Mehr darüber erfahrt Ihr über folgende Links:
(Wenn Ihr auf die Links klickt, dann übermittelt ihr Daten an Facebook. Lest dazu auch unsere Datenschutzerklärung.)

Instagram: https://www.instagram.com/dino.adventure

YouTube: https://www.youtube.com/channel/UC7tK3glQb0YxEfOxfq0P2Xw

Facebook: https://www.facebook.com/Dino-Adventure-25721628164644

Dino-Adventure

17.09.2019: Zurück auf das Festland!

Vancouver Island ist nichts für uns. Dino-Adventure getroffen zu haben war super, aber die Insel selbst war doch eine Enttäuschung. Sicher wäre es bei besserem Wetter netter gewesen. Nur für den Dino hat es sich dennoch gelohnt!

Es gäbe da noch einen nördlichen Teil. Mit Hin- und Rücktour kämen wir sicherlich auf mehr als 600 km (sehr freundlich geschätzt) und wir erwarten keinen größeren Benefit aus diesem „Umweg“.

Wir wollen in die USA in Richtung Seattle. Es geht demnach wieder auf die Fähre, ab zum nächsten Grenzübergang und weiter zum nächsten Schlafplatz.

Diesmal geht es nicht zur Horseshoe Bay, sondern zu einem anderen Ort südlich von Vancouver, da nach Dings, kennt ihr ja 🙂 (Tsawwassen).

Die Fähre ist wieder sehr sauber. Kaffee gibt es vom Starbucks an Bord (kann man machen, muß aber nicht sein).

Die Hunde sind die ganze Zeit unter Deck. Die 1,5 bis 2 Stunden Fahrt sind kein großes Drama und verlaufen ruhig.

Ich bin schon gespannt auf die Grenzüberquerung. Mal gucken, wie die so läuft. Man darf gespannt sein.

Es geht zurück nach Vancouver

D-ENGLISH (GERMAN-ENGLISH):

Die Nacht verbingen wir easy peasy (It comes from a 1970’s british TV commercial for Lemon Squeezy detergent. There were with a little girl who points out dirty greasy dishes to an adult (mom or relative) and then this adult produces Lemon Squeezy and they clean the dishes quickly. At the end of the commercial the girl says „Easy Peasy Lemon Squeezy“) auf einer Rest-Area in Arlington, um am nächsten Tag Seattle zu erreichen. Vorher tankten wir noch für 2,79 USD die Gallone.

GERMAN:

Die Nacht verbingen wir easy peasy (Es stammt aus einem britischen TV-Spot für Lemon Squeezy Waschmittel aus den 1970er Jahren. Es gab mit einem kleinen Mädchen, das einem Erwachsenen (Mutter oder Verwandter) schmutziges fettiges Geschirr zeigt, und dann produziert dieser Erwachsene Lemon Squeezy und sie reinigen das Geschirr schnell. Am Ende des Werbespots sagt das Mädchen „Easy Peasy Lemon Squeezy“) auf einer Rest-Area in Arlington, um am nächsten Tag Seattle zu erreichen. Vorher tankten wir noch für 2,79 USD die Gallone.

18.09.2019 (Snomish County): Reparaturen im Feld

Hast Du einen Fiat, dann fährst Du einen Fiat 🙂 . Da muß man schon mal einen Hitzeschild reparieren. Ich kaufe mir etwas Draht und Lochschienen im Baumarkt und nähe das Hitzeschild vom Auspuff mit dem Draht wieder fest und stabilisiere über die Lochschienen. Ich liege vor einem Supermarkt und entspanne ausgestreckt unter dem Fiat Ducato. Sorgsam nähe ich die gerissenen Strukturen wieder zusammen.

FIAT Hitzeschild Auspuff
Metall auf dem Feld sägen

Mein Fazit (frei nach meinem Vater): „Nicht schön, aber selten!“

Hauptsache die Reparatur hält. Schlechter als der Schrott vorher kann es nicht halten…

Kaschmir saß als Beobachter neben mir. Keine wirklich große Hilfe, aber ich weiß seine seelische Unterstützung sehr zu schätzen!

Die ganze Aktion dauerte länger als gedacht. Ich fand mehr Risse, als ich es bei der ersten Begutachtung sah.

Kaschmir hilft
unter dem Fiat Ducato

Am 18.09.2019 erreichen wir Seattle! Zunächst landen wir in einem kleinen Fischerhafen. Man sagt uns, dass man dort keine Camper wolle. Die Parkplätze sind allerdings für 72 Stunden erlaubt. Wir wollen keinen Streß mit den Fischern und ziehen weiter. Der Hafen sah richtig gut aus und ich wäre gerne dort geblieben.

Fischerhafen in Seattle

Wir essen noch richtig lecker im Hafen. Iris hat super gekocht. Wir ziehen um zu einem neuen Schlafplatz, der nicht weit entfernt ist. Der Platz bietet eine grandiose, bombastische Aussicht auf die Skyline auf Seattle.

Doch davon mehr im nächsten Block meine lieben Leser.

Der Weg bleibt das Ziel. Vancouver Island war nett, hätten wir uns landschaftlich jedoch sparen können, dafür trafen wir Dino-Adventure. Am Ende: ALLES RICHTIG GEMACHT! 🙂

Maik

Gebürtiger Norddeutscher (Stade) Jahrgang 1974, gut abgehangen.

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