14.08.2019 bis 19.08.2019: Scherzen mit den Grenzbeamten der USA – Chicago, die größte „Air and Watershow“ der USA! Drogenabhängige inklusive!

14.08.2019 bis 19.08.2019: Scherzen mit den Grenzbeamten der USA – Chicago, die größte „Air and Watershow“ der USA! Drogenabhängige inklusive!

Da kannste ja sagen, watt de willst, aber die große Show, dat können se, die Amis!

Doch bis es zur großen Show schon kommen konnte, mußten wir erst einmal über die Grenze. Die geistigen Flatulenzen, die so manchmal meinem Hirn entspringen und dann zum Glück in anderer Konsistenz aus meinen Munde kommen, jedoch an Sinnlosigkeit manchmal unübertroffen, kosten mich noch einmal Kopf und Kragen! Kommen wir also zum Grenzübergang von Canada in die USA…

14.08.2019 (Point Edward – Grenzübergang)

Die Niagarafälle lassen wir hinter uns und suchen einen Grenzübergang von Canada in die USA in Richtung Chicago. 

Wir entscheiden uns für Point Edward. Für mich (Maik) ist so ein Grenzübergang spannend. Zumal wir wissen, daß der Grenzbeamte vor Ort entscheidet, wie lange wir in die USA einreisen dürfen.

Das Ganze in Begleitung vieler Irrtümer, denen wir aufsaßen und die wir nun besser einschätzen können.

Doch lest weiter!

Point Edward - Grenzübergang

1. Man darf bis zu 12 Monate einreisen!

Antwort: Nein, zunächst maximal 6 Monate!
 

Jetzt wird es etwas verworren und irgendwie kompliziert. Fangen wir mit Canada an.

Canada:

Reist man mit eTA (Electronic Travel Authorization) ein, dann erhält man 180 Tage Aufenthalt. Die Tage laufen immer nur so lange, wie man physisch in Canada ist.

Ob das wirklich so stimmt, weiß ich nicht, ich meine jedoch, den Grenzbeamten so verstanden zu haben. Meine konkrete Frage war, ob ich 3 Monate in Canada bleiben dürfe, dann 6 Monate in den USA und dann noch einmal 3 Monate in Canada. Die Antwort darauf lautete : „Ja.“

Andere Aussagen zeichnen das Bild, man könne über den Landweg immer wieder einreisen und bekäme immer wieder 6 Monate, sofern man einen gültigen Reisepaß besitze, der noch lang genug (!?) gültig sei.

Wir werden in den nächsten Tagen von den USA wieder nach Canada einreisen und ich versuche die Frage dann abschließend zu klären. Es wäre ein wenig blöd, wenn Canada nach 6 Monaten ab dem Datum der ersten Einreise vorbei wäre, denn dann hätte unser gesamtes Vorhaben bereits nach 6 Monaten das Ende erreicht.

Oder auch nicht, denn,… uiuiui, das wird alles sehr verwirrend… Gleich kommt eine Zusammenfassung 🙂 .

2. Es zählt nur die Zeit, in der man in den USA oder Canada ist!

Für Canada ist diese Frage ungeklärt (der aufmerksame Leser wird das gerade eben gelesen haben, es sei denn, er hätte dreist meinen ersten Teil übersprungen!), für die USA ist die Frage auf den Punkt klar! Reise ich am 01.01.2019 in die USA ein, dann läuft mein Visum am 30.06.2019 ab, egal wie lange ich in den USA war. Das Datum ist fix und bindend. War ich in der Zeit 3 Monate in Canada und 3 Monate in den USA, sind nicht nur 3 Monate USA verbraucht, sondern 6 Monate USA. Es gibt kein „Zeitkontingent“, welches man nur bei Anwesenheit verbrauchen kann. Es gilt der erste Einreisezeitpunkt in die USA. Anders soll es wie gesagt für Canada sein…
Es kann, – wenn ich es richtig las – , auch so liegen, daß ich bei jeder neuen Einreise nach Canada erneut frische, neue 6 Monate bekomme, da eTA für 6 zusammenhängende Monate beantragt wird. Sollte ich meine Einreisen übertreiben, können die Grenzbeamten meinen Aufenthalt einschränken.
 

3. Der Grenzbeamte entscheidet über die Dauer der Einreise!

Ganz klar: Ja!

Die canadischen Beamten dürfen entscheiden, ob man die vollen 180 Tage über eTA bekommt oder weniger. In der Regel wird man die 180 Tage nutzen dürfen, wenn man diese vorher beantragte.

Für die USA besorgten wir Visa. Das vereinfachte und günstigere Verfahren ESTA ermöglicht Deutschen eine Einreise von bis zu 3 Monaten. Weniger als 6 Monate machen für uns keinen Sinn! Darum mußte das Visum her!

Bereits am US Konsulat in Frankfurt erklärte man uns, daß der Beamte vor Ort die Zeit festlege, die wir in den USA verbringen dürfen. So kann der Grenzbeamte die Einreise verweigern oder nur 3 statt 6 Monate vergeben. Nach welchen Maßstäben vorgegangen wird, ist mir nicht bekannt.

Wir dachten, daß der Beamte bei einem B1/B2 Visum bis zu 12 Monate vergeben könne. Diesen Zeitraum gibt das B1/B2 Visum (Tourist/Geschäftlich) nicht her! 6 Monate sind für uns (zunächst) das Maximum.

Wir können bei der https://www.uscis.gov/ eine Verlängerung um 6 Monate beantragen (ca. 45 Tage vor Ablauf des ersten Visums). Das wird für uns also noch spannend! Denn  unser Visum läuft im Februar aus und das ist keine gute Zeit, um in Canada zu verweilen, da es dort saukalt sein wird. Es wäre für uns großartig, wenn die weiteren 6 Monate genehmigt würden!

 

4. An der Grenze wird man knallhart behandelt!

Die Formalitäten in Canada liefen bei mir sehr freundlich und zuvorkommend ab. Auch der Zoll für das Wohnmobil stellte zwar die typischen Fragen nach Sinn und Zweck meiner Reise, zeigte sich ebenso interessiert an unserer Route und freute sich über Kaschmir.
Die USA, ja die bösen Trump-Wähler, ja, da sollten wir uns schon auf etwas gefasst machen! Das wird hart, böse, hinterhältig. So konnte man es zwischen den Zeilen aus manchen Blogs lesen und wurde gerne von Canadians bestätigt.
Ich möchte an dieser Stelle Folgendes sagen: Bullshit!
Die Grenzbeamten der USA standen denen in Cananda an Freundlichkeit und Zuvorkommenheit in nichts nach!
Wie lief es am Grenzübergang Point Edward bei der Einreise in die USA ab?
Wir kommen an eine Schranke und weisen uns aus. Dieser Grenzbeamte hatte noch nie ein Wohnmobil mit Deutschem Kennzeichen vor sich (der kann nicht sehen, daß es entwertet ist). Er tippt etwas in seinen Rechner ein und sagt uns, daß wir einem Beamten folgen müssten, der uns einweisen würde. Die Schranke geht hoch, wir fahren los und sehen direkt den winkenden Beamten. Ich hielt an und er erklärte uns, daß wir nur den Reisepaß brauchten und mit dem sollten wir in ein Gebäude gehen. Wir mögen doch bitte die Klimaanlage im Auto laufen lassen, damit den Hunden nicht zu warm werden würde, da es draußen sehr heiß sei.  Wir wurden nach Lebensmitteln gefragt und gaben Auskunft. Wegen der Tomaten sollten wir mit einem Beamten im Büro sprechen, zu dem wir eh gehen müssten.
Reisepässe gepackt und los ins Grenzgebäude. Hier warten neben uns weitere ca. 10 Personen an 4 Schaltern. Manche Wartenden sitzen auf Stühlen, andere stehen an den Schaltern.
Wir werden aufgerufen und müssen uns den Fragen stellen. Da wir unsicher waren, ließ ich Iris die Ausweise der Hunde holen.  Da Iris bereits das zweite Mal raus ging, baten sie die Beamten draußen, sofort wieder rein zu gehen und nichts weiter aus dem Auto zu holen. Wir würden von dem Beamten im Zweifel aufgefordert, weitere Unterlagen zu holen. Ja, ähm, okay, dann keine Impfausweise der Hunde…
Der Beamte im Büro wollte zu den Unterlagen unserer Hunde nichts wissen. Für ihn war nur interessant, dass er unsere Reisepässe hatte.
Jetzt kam die Fragerunde des Beamten!

 

5. Mit Humor kommt man nicht weiter und riskiert alles!

Uns wurde mehrfach eingebläut und man kann es in zahlreichen Blogs lesen: „Sei freundlich zu den Beamten an der Grenze und unterlasse bloß irgendwelche Scherze. Die verstehen überhaupt keinen Spaß!“
Was soll ich sagen? Ich fühlte mich wohl. Der Beamte an der Schranke war sehr zuvorkommend, die Beamten am Parkplatz sorgten sich um unsere Hunde und der Grenzbeamte im Büro war extrem sympathisch. Meine gesamte Anspannung war wie weggeblasen (er hat blasen geschrieben!!!!), Tiefenentspanntheit machte sich breit und ich beantwortete alle Fragen wahrheitsgemäß. Wieso haben sie keinen ESTA Antrag gestellt? Wie lange bleiben sie in den USA? Was wollen sie sehen? Wollen sie zwischenzeitlich aus den USA ausreisen und wieder einreisen? Jede Frage beantwortete ich so, wie wir unseren Urlaub tatsächlich planten. Wir haben noch wenigstens eine Ein- und Ausreise zwischen USA und Canada vor. Wir hätten gerne 12 Monate USA Aufenthalt. Wir möchten möglichst viele Nationalparks sehen, jedoch am liebsten außerhalb der Hauptsaison.
Nun kam die Frage, ob wir uns das alles leisten könnten.
Eines hätte mich der Beamte nie und nimmer fragen dürfen, denn jetzt nahm die ganze Geschichte Fahrt auf!!!
„Was wollen sie machen, wenn sie zurück in Deutschland sind?“ Man kennt den Spruch: Engel links und Teufel rechts. Kack was auf den Tannenbaum! Welcher Engel? Es gab nur den Teufel auf der Schulter, der mir Folgendes als Antwort zuflüsterte und diese Zeilen schmetterte ich voller Inbrunst dem Beamten entgegen:
„Ich werde leider wieder arbeiten müssen, meine Partnerin vermutlich nicht, da sie älter ist als ich.“
Der Beamte schien die Zeit zu nutzen, die ich noch zum Luftholen brauchte, um zu meinem finalen Verbal-Infarkt auszuholen und meinte direkt: „Das sieht man ihrer Partnerin aber nicht an, daß sie 11 Jahre älter ist!“
Steilvorlage für mich: „Ja, darum geht mein Plan auch nicht auf, darauf zu hoffen, daß sie früh stirbt, damit ich alles erbe, was sie hat und nicht mehr abeiten muß!“
Die Kollegin nebenan hatte gerade keine Klienten und mußte meine humorige Antwort mitbekommen haben und sagte nur, dass sie hoffe, daß das nicht stimme. Beide fingen an zu lachen und mußten sich schwer zusammenreißen, nicht noch lauter zu lachen.
Ich selbst war gerade in einer kurzen Totenstarre, da ich meine eigenen Prinzipien für den Grenzübergang gerade über den Haufen geworfen hatte. Ich wollte ehrlich sein, höflich und keine blöden Scherze machen! Denn vorab sagte mir jeder, daß dumme Witze extrem unangebracht seien.
Ich war doch nur so glücklich, daß die ganze Zeit alle so höflich und sogar ums Wohl unserer Hunde besorgt waren, was mir einfach ein gelöstes Dummgelaber vom Rückenmark über das Hirn in den Sprachkanal zauberte… Im Grunde genommen konnte ICH nichts dafür!
Wir warteten noch eine Weile, dann bekamen wir gesagt, daß es nicht möglich sei, uns 12 Monate Aufenthalt zu gewähren und daß man unsere Zeit auf 6 Monate beschränke.  Der Grenzbeamte erklärte kurz das Verlängern über die USCIS (U.S. Citizenship and Immigration Services — U.S. Staatsbürgerschafts- und Einwanderungsbehörden).

 

Fazit:

„Einfach mal die Fresse halten!“ fällt mir unendlich schwer 🙂 .

Das B1/B2 Visum gilt erst einmal für maximal 6 Monate.

Über die USCIS können wir weitere 6 Monate USA-Aufenthalt bekommen.

Tomaten werden an der Grenze einkassiert!

15.08.2019 (Lansing und Emmett im Staat Michigan)

Wir sind auf dem Weg nach Chicago und müssen unsere Vorräte auffüllen und unseren Unrat ablassen. Wir brauchen eine Dumpstation, Frischwasser und Nahrungsmittel. Denn in Chicago wollen wir mit der Beschaffung von Lebensmitteln und Wasser nichts zu tun haben. Die 3 Toilettenkassetten mit je 18 Liter Fassungsvolumen sollten leer sein, damit wir frei und gelöst einige Tage in Chicago verbringen können. Und wenn ich mich löse, dann braucht es Platz! Will jemand Bilder? 🙂

typischer Walmart Parkplatz

Ein sehr großer Teil der Straßen waren in Canada und auch jetzt in den USA der pure Horror. Eine Frechheit, daß jemand das eine Straße nennt.

Gefühlt sind die Straßen in Canada jedoch noch mal schlechter als in den USA.

In der Nacht fahre ich sehr ungerne, da das Fiat Ducato Funzellicht den Zustand der Straße nur sehr schwer erahnen läßt. Diese jämmerlichen Birnchen gehören ausgetauscht!

Ein paar lustige Straßenschäden...

In vielen Teilen der USA sind die Menschen überdurchschnittlich korpulent. Das gilt für Canada sehr ähnlich. Es gibt sportliche Staaten in den USA, jedoch ist die Verfettung der Menschen ein ernst zu nehmendes und sehr offensichtliches Problem.

Die Krönung ist, daß der Walmart den dicken Menschen Tribut zollt und denen E-Scouter zur Verfügung stellt, damit sie den eigenen Kadaver nicht durch die Gegend bewegen müssen und die wertvoll angefressenen Kalorien nicht aufgezehrt werden.

Auf diesen Fahrzeugen sahen wir bisher auschließlich nur grundsätzlich noch mobile, aber eben sehr dicke Menschen.

Einkaufen für Dicke leicht gemacht. Bloß keinen Schritt zuviel machen!

16.08.2019 bis 19.08.2019 (Chicago)

Endlich sind wir in Chicago! Es sollen sehr schöne Tage werden. Natürlich wie immer mit Zufällen begleitet! Wie sollte es bei uns anders sein?

Ohne Plan und festem Ziel ins Nirgendwo, – naja okay, nach Chicago -.

Womit soll ich anfangen? Den Drogenabhängigen? Dem Schlafplatz? Noch mehr Drogenabhängigen?

Chicago bei Nacht

Ich fange mit unserer Unterkunft an! iOverlander schickt uns in ein Randgebiet, wo neu gebaut wird. Andere Nutzer fanden diesen Platz gewöhnungsbedürftig, aber sicher. Die folgender Bilder geben Euch eine Gelegenheit, selbst ein Bild der Lage zu kreieren.

gemütliche Gegend für unseren ersten Schlafplatz in Chicago
traumhafte Nachbarschaft
feudaler Yachthafen

Bei dieser Lage bleiben doch keine Wünsche offen? Halbfertige und baufällige Häuser, ein runtergerockter Anleger, eine schäbige Brücke, ein Platz zum Wohlfühlen.

Spontan ist uns klar: Hier bleiben wir!

Wir fühlen uns sicher und gehen mit den Hunden in die Stadt. Wir kommen um die Ecke, wechseln besser die Straßenseite, da ein paar Vagabunden eine Hälfte der Brücke mit aufwändigem Gezelte vereinnahmen. Deren Unterkünfte sind einfach, zeugen jedoch von einem gewissen Stil und Charme, selbst der beißende Geruch des Urins können der lockeren Atmosphäre keinen Abbruch tun. Wir sind mit unserem Stellplatz wirklich in bester Gesellschaft und den Nachbarn auf Du und Du… Iris kommt ja auch bald ins Inkontinenz-Alter.

Auf unserem Weg in die Innenstadt streifen wir einen Teil Chinatowns. Es ist nicht wirklich einen Besuch wert und darum vertiefen wir unser Sightseeing hier nicht. Später sollten wir auf einem Markt in Chinatown ein wenig Hackfleisch käuflich erwerben. Hackfleisch vom Chinesen ist immer eine sehr gute Idee… (Wir leben noch! Also noch.)

Es folgt ein wenig Bildwerk, welches wir mit geübtem Auge und professioneller Handy-Kameralinse aufnehmen.

Chinatown Chicago

Genau ein Bildwerk. Also ein Bild! Darum der Singular: Bildwerk! Wer richtig las, der kapierte: Für uns gab Chicagos Chinatown nicht viel her 🙂 . Wir wackeln also weiter und machen uns auf, die wahren Schönheiten Chicagos zu erblicken!

 

Durch die Hunde erkunden wir vieles zu Fuß. So lernen wir die Vorstädte kennen. Bis zur Innenstadt werden ca. 4 km fällig. So ein erster Tag in einer City geht meist mit 10 km und mehr Fußweg einher.

Oftmals finden wir einige sehr schöne Häuser und Gärten. Es gibt bessere und schlechtere Viertel. Die besseren Viertel sind meistens von Zäunen umgeben. Ich kenne die Zaunkultur aus Brasilien, – genauer Rio de Janeiro -, so kurz vor dem Jahr 2000. Allerdings waren die Zäune in Rio höher und fast immer bewacht. Heute kauft man sich in Rio gepanzerte Autos…

Chicago wurde und wird uns als eine der gefährlichsten Städte der USA angepriesen. Das war für uns nicht spürbar. Mir kommt Berlin wesentlich gefährlicher vor, wenn man nach 20 Uhr in die U-Bahn steigt.

Je weiter wir uns bewegen, desto höher werden die Gebäude. Mir gefällt der gefühlte Mix aus Klein- und Großstadt. Positiv fällt auf, daß Chicago sehr sauber ist. Chinatown macht einen etwas angeranzten Eindruck und natürlich unser Schlafplatz für die erste Nacht. Das ist jedoch deutlich von der Innenstadt entfernt.

 

schöne Vorstadt

Auf den nächsten Bilder nähern wir uns immer weiter der Innenstadt. Chicago hatte für eine Großstadt viele Hunde. Gefühlt wesentlich mehr als beispielsweise Toronto in Canada.

Wir nähern uns den Hochhäusern
Endlose Straßen mit Hochhäusern
unten wird geparkt, oben gewohnt
Feuertreppen wie in den Kinofilmen

Die Bahn ist eine Sehenswürdigkeit in Chicago. Sieht führt um den Loop. Hier befinden sich fast ausschließlich Hochhäuser, wie z.B. der 108 Stockwerke hohe Willis Tower.

Leider dürfen wir nicht mit der Bahn fahren. Hunde sind nicht erlaubt. Ohnehin ist es in den USA sehr schwer, mit der Bahn und den Hunden unter einen Hund – äh Hut – zu kommen. Selbst das tierfreundliche Canada mag keine Tiere in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir haben extra Maulkörbe am Mann bzw. der Frau, selbst das hilft gar nicht.

Bahn Chicago um den Loop

Wir kommen immer tiefer in die Innenstadt und die Fotolinsen glühen. Es ist gar nicht möglich, alle Bilder in den Blog zu packen. Es sind schlicht viel zu viele. Chicago bietet eine Fülle von Motiven.

Flanieren am Chicago River
Die Hütte vom Chef
Im Hintergrund wird gebaut
Schnappschuss aus dem Auto raus

So langsam wird es dunkel. Ich wurde nervös. Ich wollte unbedingt zum Wahrzeichen meines großen Vorbildes, dem Held meiner Kindheit: Al Bundy!

Und wer die Anfangssequenz von „Eine schrecklich nette Familie“ (Married With Children) kennt, der kennt den Springbrunnen. Eben dieser Springbrunnen (der Buckingham-Brunnen) steht in Chicago in einem schönen Park nicht weit vom Lake Michigan entfernt.

Laßt uns mit den nächsten Bildern ins nächtliche Chicago abtauchen!

Per Zufall finden wir ein Open Air Konzert in Chicago in einem Park Nahe dem Lake Michigan. Eigentlich sind wir müde und wollen ins Wohnmobil. Hier bleiben wir ein paar Minuten und lauschen in der lauen Sommernacht den Klängen der Band.

Bald geht es jedoch ins Bett. Der nächste Tag wird sehr viel ruhiger. Wir müssen uns ausruhen 🙂 .

Iris geht am nächsten Tag in einen Supermarkt in Chinatown und kauft Hackfleisch. Auf dem Bild sieht der Blogleser den seriös anmutenden, asiatischen Supermarkt.

Ich habe derweil im Wohnmobil Nacktschnecken frisiert. Keine Ahnung was ich gemacht habe. Ich sehe nur immer mehr seltsame Gestalten um uns herum, die ihrer Sinne nicht mehr ganz mächtig zu sein scheinen.

Als Iris vom Einkauf zurück kommt, berichtet auch sie mir von Gestalten in der Gegend, die ihr suspekt vorkommen.

Wir vermuten Personen, die dem Genuß bewußtseinserweiternden Drogen frönen.

Supermarkt in Chinatown

17.08.2019 ALARM IM DARM! Chicago in Flammen!

Plötzlich geht ein Alarmsignal los. An unserem Wohnmobil? An einem anderen Fahrzeug? An einem Haus? Es läßt sich nicht lokalisieren. Am Himmel entdecken wir rote Rauchschwaden. Sirenen von Fahrzeugen heulen auf. Es raucht immer stärker am Himmel. Schnelle Jets tauchen am Himmel auf. Ach Du Scheisse! Hier geht der Punk ab! Da muß etwas Schlimmes passiert sein! Der Lärm wird immer lauter, bis plötzlich Totenstille herrscht und scheinbar von einer Sekunde auf die andere alles seinen geregelten Lauf weiter geht. Wir wissen nicht, was passiert ist. Das Internet gibt keine Hinweise auf eine Katastrophe.

Ein Mann hält an. Er arbeitet in der Gegend. Er warnt uns. Diese Gegend ist voll von Drogenabhängigen und er rät uns, einen neuen Schlafplatz aufzusuchen. Er würde die Gesellen kennen und traue ihnen nicht über den Weg.

Außerdem rät er uns, am nächsten Tag zur größten Flugshow Amerikas zu gehen. Morgen liefe der letzte Tag von zwei Flugtagen. Die Air- und Watershow in Chicago über dem Lake Michigan und Chicago City.

Flugshow? Rauch am Himmel? Schnelle Jets? Da war doch vorhin etwas … 🙂

Wir entscheiden uns,  für die kommende Nacht einen Walmart 15 km außerhalb aufzusuchen. Es wird eine zweite, ruhige Nacht in Chicago. Eine sehr sichere Nacht mit einem regelmäßigen Besuch der ortsansässigen Security.

18.08.2019 Chicago Flugshow!

Morgens um 5.00 Uhr (!!!!) stehe ich auf, gehe eine kurze Runde mit den Hunden, starte den Wagen und fahre direkt an einen freien Parkplatz in Chicago in der Nähe des Zentrums der Flugshow. Iris schläft weiter im Auto.

Warum um 5.00 Uhr? Weil uns der Mann von gestern sagte, wir sollen bloß früh genug da sein! Sonst gäbe es keinen Platz für die Flugshow. Schon gar keinen Parkplatz!

Ein Parkplatz im Park

Es war der nette Mann, der uns vor den vielen Drogenabhängigen warnte, welcher uns informierte. Hätten wir erst einmal einen Parkplatz, dann könnten wir weiter schlafen und später aufstehen.

In aller Frühe ergattern wir einen tollen, kostenfreien Platz. Viel besser als unser erster Schlafplatz! Direkt neben einem kleinen Zoo. Das Zentrum der Flugshow wenige hundert Meter entfernt. Läuft bei uns!

Bereits gegen 7 Uhr sind die ersten Menschen komplett bepackt unterwegs.

 

Mit Sack und Pack unterwegs

Ich vergesse vollkommen, daß wir weiter schlafen wollten und mache Pfannkuchen als Verpflegung für den Tag. Immer mehr Menschen drängen mit Bollerwagen zum Strand. Was soll ich sagen. Ich habe das Weiterschlafen vergessen! Völlig euphorisiert und angesteckt von den Menschen, will ich mit als erster am Strand sein. Und da sind wir dann auch! Erste Reihe. Perfekte Sicht, um kurz nach 8 Uhr Morgens!

Habe ich eigentlich einen Schatten? Laufe ich noch rund? Bin ich ganz sauber im Kopf? So früh am Tag? 2 Stunden vor dem offiziellen Beginn?

Um uns herum werden Zelt aufgebaut, riesige Eistruhen werden durch die Gegend gefahren, die Amis sind mit Kind und Kegel unterwegs und richten sich häußlich in aller Frühe ein. Sowas erlebte ich bisher nie. Ich könnte noch im Bett liegen…

Toll, dass wir so früh da sind. Das Wetter zieht sich zu. Es fängt an zu regnen. Iris ist nass bis auf die Knochen und geht zum Wohnmobil, um sich umzuziehen. Ich harre unter dem großen Regenschirm mit Kaschmir aus, bis es mir zu blöd wird. Der Sturm reißt einige Zelte ab, selbst die zahlreichen Essensstände verlieren ihre Abdeckungen. Der Strand ist fast leer.

Ich habe keine Lust mehr und gehe, als der größte Sturm nachläßt. Wir laufen an ein paar umgefallenen Chemieklos vorbei. Das war es dann wohl mit der Air Show. Scheiße!

Wir hocken da so im Wohnmobil und sehen den Tag ins Wasser falllen. Da klart es auf! Es wird besser. Es wird nicht wirklich schön, aber trocken.

Also gehen wir wieder an den Strand. Mittlerweile ist es fast 10 Uhr. Noch ist der Strand naß, jedoch läßt sich Sonne erahnen.

Wir hätten mal sowas von locker bis 10.00 Uhr weiterschlafen können…

Ich laufe zurück zum Wohnmobil und hole unsere Stühle. Wir richten uns extrem optimistisch für die Flugshow ein. Der Strand füllt sich.

Flugshow am Strand
Finn mit Blendschutz
Kamfhubschrauber

Und nun wird es heiß! Die Sonne ballert vom Himmel! Wir nehmen unsere vorsorglich wieder mitgebrachten Regenschirme und nutzen diese als Sonnenschirme für die Hunde. Kaschmir und Finn verpennen im Prinzip die Flugshow am Strand unter den Schirmen.

Wir sind froh, daß das so gut funktioniert. Finn bekommt eine Kombination von kleinem Regenschirm und Sonnenstuhl und Kaschmir liegt unter dem großen Regenschirm. Wasser haben wir mehr als genug dabei.

Hunde am Strand

Mittlerweile ist der Strand komplett voll.  Wir sehen Fallschirmspringer, Doppeldecker, Kampfjets und geniale Formationsflüge. 

Es ist zum Teil irre, wie nah die Flugzeuge in hoher Geschwindigkeit ihre Formation halten. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Sehr beeindruckend sind die Doppeldecker, die scheinbar beliebig um die eigene Achse trudeln können.

Die Flugzeuge, die die Flügel umstellen können, um dann wie Hubschrauber zu schweben sind interessant anzusehen.

Fliegen in Formation

Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus und sind begeistert. Ich werde noch Videos schneiden und diese von Zeit zu Zeit einmal hochladen.

19.08.2019 (noch mehr Chicago)

Am nächsten Tag sehen wir uns ein weiteres Mal die Stadt an. Jetzt sollen die Hunde richtig auf ihre Kosten kommen und im Lake Michigan baden.

Nebenbei schauen wir uns den alten Wasserturm an und flanieren etwas an der Strandpromenade entlang und streifen die Innenstadt.

Wasserturm
Hund im Wasser

Iris schaut sich den nahe gelegenen Park und Zoo noch etwas genauer an. Chicago mit der Airshow war ein absolutes Highlight! So nah liegen Glück und gekonnte, sowie ausgefeilte und perfekt abgestimmte Planung aus. Völliges Chaos bei totaler Planlosigkeit ist unser Motto dieser Reise 🙂 .

So lassen wir diesen Blog mit ein paar Bildern aus dem Zoo und Park ausklingen und werfen einen letzten Blick auf die schöne Skyline Chicagos. Diese Stadt würden wir immer wieder besuchen.

Ich hänge nun nur noch 9 Tage dem Blog hinterher. Allerdings sind die Tage nach Chicago zäh und belanglos. Wir wußten das vorher, denn der Weg von Osten nach Westen entlang der canadischen Genze bietet keine großen Höhepunkte.  Dieses Wissen vorab und das tatsächliche Erleben sind jedoch zwei unterschiedliche Dinge. Es ist noch viel langweiliger, als man es sich vorher ausmalt.

Dazu mehr im nächsten Blog-Beitrag 🙂 .

Funfact zum Schluß!!!

Am letzten Abend in Chicago übernachteten wir vor dem Zoo. Ein Mann informierte uns darüber, daß wir dort nicht schlafen sollten, denn ab 1 Uhr in der Nacht kämen die Drogenabhängigen 🙂 .

Wir haben alle drei Nächte überlebt!

Revision:

Die interne Revision teilt mir mit, daß wir zwei Nächte am Zoo verbrachten.

Erste Nacht: Im Drogenmillieu

Zweite Nacht: Walmart Parkplatz

Dritte und vierte Nacht: Vor dem Zoo. Nach der Airshow gab es einen weiteren Tag Besichtigung, dann Ausruhen, dann Weiterfahrt.

Die interne Regierung hat immer Recht! Ich füge mich 🙂 .

Maik

Gebürtiger Norddeutscher (Stade) Jahrgang 1974, gut abgehangen.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Rita Oellerich

    Hallo Maik, das hat Du wieder super und sehr interessant geschrieben, es macht immer wieder auf’s neue Spaß, Deine Blogs zu lesen. Ich wünsche Euch weiterhin viel Spaß und eine gute Reise, freue mich auf die nächsten Blogs.
    Liebe Grüße Mama 😊👍

  2. Uwe Oellerich (der Papa)

    Maik, wenn ich nicht wüßte das ich mich wiederhole, würde ich jetzt schreiben: …es macht Spaß Deinen Blog zu lesen!
    Ich hoffe für Euch Vier noch viele interessante, spannende, aber vor Allem sichere und gesunde Erlebnisse.
    Und für uns Leser freue ich mich auf weitere
    Informative und launische Berichte.

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