31.07. bis 07.08.2019: Wilde Tiere und der Weg über Québec, Montréal und Kingston Richtung Niagarafalls!

31.07. bis 07.08.2019: Wilde Tiere und der Weg über Québec, Montréal und Kingston Richtung Niagarafalls!

30.07.2019 bis 31.07.2019: Leaving Nova Scotia

Nachdem wir, bzw. ich (Maik) viel in Nova Scotia verbrachten, war es Zeit, weiter zu ziehen. Die nächste Provinz stand an. New Brunswick wird von uns allerdings nur durchfahren. Wir starteten mit Halifax sehr weit östlich und unser Plan ist es, zunächst gen Westen zu ziehen, von dort Richtung Süden und dann zurück in den Osten. Allerdings wird zwischenzeitlich viel Zickzack und im Kreis gefahren.

Da ich zu blöd bin, wilde Tiere zu sehen, selbst wenn die neben mir den größten Haufen scheißen, brauchte es Iris und vor uns springen mehrere Rehe herum. Okay, Rehe haben wir ebenso in Bergisch Gladbach, aber es waren verdammt nochmal wilde Tiere!

Nach den wilden Tieren ging es auf Supermarktparkplätze. Nicht die coolste, aber eine mögliche Art der Übernachtung.

01.08.2019 bis 02.08.2019 (Québec in Québec):

Aufgrund vollkommen bescheidener Schulbildung war mir nicht bekannt, daß Québec in der Provinz Québec liegt. Die Stadt Québec fuhren wir am späten Abend an.

Wir konnten unseren eigentlichen Schlafplatz nicht finden. Bei Nacht finde ich alles eh viel komplizierter und die Sucherei fing an, nervig zu werden und plötzlich kamen wir an einen Parkplatz.

An besagtem Stellplatz stand ein einheimisches Wohnmobil. Dorthin kam man nur über ein anderes Gelände, welches irgendwie unfertig aussah. Egal, da wollten wir hin. Plötzlich schoss ein Lieferwagen mit Markise (kleiner Campingbus) an uns vorbei, setzte schnell rückwärts in ein paar Büsche und schaltete sofort die Lichter aus.

Québec bei Nacht

Sekunden später stand daneben die Polizei. Um nicht aufzufliegen, verschwanden wir in unser Wohnmobil und warteten die Situation ab. Wir waren uns der Rechtmäßigkeit unseres Stellplatzes nicht wirklich bewußt. Ein paar Minuten später war alles ruhig. Ich stieg aus und ein paar Meter weiter stand der Lieferwagen mit Markise fast neben uns. Hmmm, vielleicht sollten die nur nicht in die Büsche?

Am nächsten Morgen erkundeten wir die Umgebung. Der Platz war ideal für die Hunde. Ein Zugang zum Wasser war nicht weit.

Zwischenzeitlich unterhielt ich mich mit einem Einheimischen und erfuhr, wie wir am schnellsten in die Stadt kommen würden.

Québec bei Tag

Ich wußte allerdings, daß Iris von der Idee nicht begeistert sein dürfte…

Auf dem Bild unseres Parkplatzes kann man bereits erahnen, daß es leicht hügelig werden könnte…

So sollte es sein. Eine Holztreppe mit rund 200 Stufen führte in die Altstadt.  Freizeitsportler benutzen die Treppe als realen Stairmaster. Besser als jedes Fitneßstudio! Wir schmissen uns leichtfüßig die Treppe hinauf und verwiesen die Hobbysportler auf die hinteren Ränge. Engelsgleich flogen wir die einzelnen Stufen, anmutig wie Gazellen, wippend dem Gipfel entgegen ab und hinauf.

Auf jedem Ruheplateau kotzten wir unsere Lungen aus und winselten um Gnade! 🙂

Okay, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Die Stufen ließen sich hervorragend laufen und Iris und ich kamen schnell überein, daß wir hier zwei Wochen verweilen müßten, um unserer Kondition noch einmal einen leichten Schliff zu verpassen.

Die Hunde waren bei diesem Hindernis noch nicht wirklich gefordert.

Sofort sprang uns deutsche Geschichte entgegen. Auf dem Bild sieht man einen 21 cm Mörser. Es gab noch weiteres Kriegsgerät zu bestaunen.

Ich war anfänglich überzeugt, daß es sich um Geräte aus dem II. Weltkrieg handeln würde. Weit gefehlt! Das ist alles aus dem I. Weltkrieg.  Dieser Mörser entstammte dem Jahre 1918.

Canada ist bekanntlich französisch und englisch geprägt und so fand dieser deutsche Mörser von einem Schlachtfeld in Frankreich seinen Weg nach Québec.

Die Stadt Québec hat eine schöne Altstadt, die wir uns gerne ansahen. Die einzelnen Gassen laden zum Verweilen und gelassenem Durchschlendern ein.

Ich dachte allerdings, Québec hätte ein wenig mehr Lametta 🙂 . Irgendwie war es kleiner, als ich es mir vorstellte. Egal, die Stadt ist schön.

Getreu dem Motto: Nach dem Wasserfall ist vor dem Wasserfall, haben wir uns einen Wasserfall angesehen! Über die Existenz erfuhr ich in einem Gespräch mit einem Einheimischen. Später gab der Tripadvisior (eine App) noch kund, daß der Wasserfall in dieser Stadt eine Attraktion sei. Also nichts wie hin! Dieser Wasserfall zählt 30 Meter mehr als die Niagarafälle.

Wir wählten einen Parkplatz für 12 CAD und zahlten 45 CAD für eine Gondel nur für uns mit den Hunden. Wären wir direkt auf den oberen Parkplatz gefahren, hätten wir uns die Gondel rauf und runter sparen können. Hey, es war unsere eigene, private Gondel mit den Hunden!

Ein kleines Video zum Wasserfall Québecs möchte ich Euch nicht vorenthalten. Der Versprach schon so einiges an Lametta. Er wirkte noch ursprünglich, wie ich mir so einen Wasserfall vorstelle. Die Kanadier machen allerdings gefühlt aus jeder Milchkanne eine Attraktion. 🙂

Ich habe es mir gespart, an einem Seil den Wasserfall entlang zu rutschen. Mir steht der Sinn nach einem Bungee Sprung an einer mehr oder weniger spektakulären Stelle. Kennt einer so etwas in Canada oder den USA?

03.08.2019 bis 04.08.2019 (Montréal in Québec):

Die Stadt Montréal ist wieder größer. Unser Stellplatz ist ein Traum. Er liegt inmitten von vielen Kiffern (Canabis ist in Montréal/Canada legal). Wenn ich das Kraut schon rieche, wird mir sofort schlecht. Egal, die Menschen waren entspannt. Hier wurde mir von einem Franzosen noch einmal bestätigt, was ich bereits mehrfach hörte: Wenn (die meisten) Kanadier französisch sprechen, hat das nichts (naja wenig) mit Französisch zu tun. 🙂

Ich kannte viel zu viele Worte gar nicht, noch war mir die Aussprache geläufig – dem Franzosen auch nicht ^^.

Die Hunde fanden hier ein kleines Paradies vor und wir konnten lange Wege erkunden.

Parkplatz Montréal

Wir machten uns alsbald auf den Weg, Montréal zu erobern. Interessant waren dabei einige Wohnhäuser. Schaut Euch das Bild genau an. In der unteren Etage ist ein Eingang mit Hausnummer. Alles gut. Darüber sind, über eine Treppe erreichbar, 4 Haustüren mit jeweils einer Hausnummer. Wo führen die alle hin?

Vermutlich gehen zwei Türen direkt nach oben.  Die anderen beiden Türen bleiben in der mittleren Etage. Meistens sind die Häuser schmal und lang. Wir hätten dort gerne einmal hinein gesehen… 

Wohnhäuser

Montréal ist schön. Was mir missfällt ist, daß manches halt auf Kopien basiert. Ein Gewolltes auf „Alt“ getrimmt. Ich mag die Originale lieber als die Kopien.

Auf unserer Erkundungstour konnten wir einen sehr schönen Markt finden und haben uns dort gut mit jemandem unterhalten und neue Ideen für den weiteren Verlauf unserer Reise gesammelt.

Da Montréal blöderweise Hunde in der Métro verbietet, nahmen wir rund 24 km Fußweg in Kauf. 

Palais de Justice de Montreal

Mein Fazit zu Montréal und Québec:

Jo, da kann man hin.  Ich würde nie gezielt nach Montréal fahren. Bin ich in der Nähe, kann ein kleiner Umweg durchaus lohnenswert sein. Nach Montréal einen langen Umweg hinnehmen? Och nöööö. So spannend ist es dort nicht.
Ich esse wahnsinnig gerne. Deswegen extra eine Stadt aufsuchen? Finde ich absurd, dafür bietet die Stadt auch zu wenig.

Manche mögen an Montréal die Mischung des Französischen und Englischen. Naja, wenn’s schön macht…
Der Stadtteil China-Town ist eine Zumutung. Da muß man nicht hin.

Mir persönlich gefiel Québec besser. Für einen Québec „only“ Urlaub sicher zu wenig Lametta dort.

An alle Kultur und Museums-Enthusiasten: Kunst finde ich meistens komisch, Oper und Operette sowie Musical gehen voll an mir vorbei. Technikorientierte Museen kennen wir viele aus Deutschland und mögen die. Hier erwarte ich, daß die USA einiges mehr zu bieten hat. Kulturbanause hat gesprochen! 🙂

05.08.2019 bis 06.08.2019 (Ottawa in Québec):

Ottawa, wo schon jeder Otter war!
(Brüller! Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!)

Die Hauptstadt Canadas. Eine nette Stadt. Ein sehenswerter Kanal.
Allerdings: Kennst Du Bonn, dann kennst Du Ottawa.
Bonn und Ottawa haben nahezu den gleichen Charme als Hauptstadt eines Landes.

Hey, wir waren mit den Besuchen in den Städten nicht unglücklich, die haben uns gefallen! Wenn das jedoch die Highlights von Nordamerika sein sollen, dann war das rausgeworfenes Geld. Das können wir Europäer besser 🙂 . Wer einmal in Rom war und dann nach Ottawa fährt, der dürfte sich schon fragen, wieso er sich Ottawa gibt…

Wir parkten in der Nähe von Hockey Player Maurice „Rocket“ Richard. Wer kennt ihn nicht, – den Spieler und Trainer?

An diesem Tag regnete es erst einmal kräftig. Ich zahlte zuvor flockige 20 CAD, um nahe dem Stadtzentrum zu sein. Nun saßen wir im Wohnmobil, sahen „Texas Chainsaw Massacre“ und warteten den Regen ab. War gut so, den Film möchte ich nur am helllichten Tage sehen!

Auch der schönste Regen geht einmal zu Ende und wir machten uns auf den Weg in die Stadt.

Hockey Player Maurice "Rocket" Richard

Wir stehen gerade auf einer interessanten, alten Brücke. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Altstadt. Die Brücke wurde zu ihrer Zeit unter modernsten, technischen Möglichkeiten gebaut.

Ganz ehrlich: Bonn stinkt gegen Ottawa schon ab. Ottawa hat zwar nichts von einer Weltstadt, ist dennoch putzig anzusehen.

Die folgende Bilderschau zeigt den Kanal Ottawas. Hier werden die einzelnen Tore manuell geöffnet, geschlossen und geflutet. Die Schleusen führen treppenartig in die Stadt.

Weiterhin habe ich ein paar weitere Sehenswürdigkeiten fotografiert. Dazu gehören das Parlament Ottawas und die seinerzeit moderne Metallbrücke.

07.08.2019 (Kingston in Québec):

Es wird gewaschen was das Zeug hält! Eine große und zwei mittlere Maschinen Wäsche waren dran. Dafür eignet sich die „Laundry“ in Kingston ganz fantastisch!

Die Maschinen sehen manchmal genauso wie bei uns und teilweise völlig anders aus. Gewaschen haben die alle.

Bei einer „Coin Laundry“ füttert man die Automaten mit Geldstücken. Fast immer kann man danach die Klamotten in passende Trockner donnern.

Kleiner Funfact: Seit einigen Jahren kennt Canada nur noch Flüssigwaschmittel. Pulver gilt hier als alt und antik (kreative Ausschmückung des Autors).

Das Wetter war nicht unbedingt sonnig. Nach den vielen, sehr warmen Tagen, war etwas Regen schon vollkommen okay.

Es wurde Zeit für mehr Action! Die „Road to Niagarafalls“ kommt langsam in die heiße Phase. Freut Euch auf Toronto, nette Bekannte und mit den Beamten an der Grenze scherzen… Nennt mich „den Gefahrensucher“!

Laundry in Kingston

Unser Schlafplatz lag an einem kleinen Hafen in Kingston. Am nächsten Morgen wurde der Schlafplatz, äh Parkplatz sehr voll und wir sahen zu, daß wir schnell, – im Rahmen unserer Möglichkeiten – , den Hafen verließen.

Hafen in Kingston

Maik

Gebürtiger Norddeutscher (Stade) Jahrgang 1974, gut abgehangen.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Uwe Oellerich (der Papa)

    Wieder einmal informativ, gut dokumentiert und schön launig geschrieben! Freuen uns auf viele Berichte!!!

    1. Maik

      Die richtig guten Knaller kommen noch :-). An der Grenze war ich grenzwertig. Ich kann blöde Scherze nicht lassen ^^.

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