Mit dem eigenen Wohnmobil nach Nordamerika!

Mit dem eigenen Wohnmobil nach Nordamerika!

www.Toeffelchen-Tours.de geht nach Nordamerika!

Wer sind wir?

 

Toeffelchen-Tours sind: Finn, Kaschmir, Iris und Maik.

Finn ist ein 8 Jahre alter Schäferhund aus der Leistungszucht.

Kaschmir ist ein 6 Jahre alter Schäferhund aus der Hochzucht.

Maik ein 44 Jahre alter (Jahrgang `74) Norddeutscher aus der Unzucht

(den Witz wollte ich nicht mit Iris machen, darum nenne ich mich vor Iris).

Iris ist im besten Alter, in Köln geboren und seit vielen Jahren Bergisch Gladbacherin.

Wir vier wagen zusammen das Abenteuer Nord Amerika.

Erstmal schreibt hier Maik. Ich bin schon 5 Wochen vorher in Kanada. Eigentlich wollte ich nur 5 Tage früher hier sein… Dazu später mehr.

WARNUNG

Hier kommen ca. 7 DIN A4 Seiten knallharter Text, der mal oberflächlich, mal tiefer gehend die grundsätzlichen, organisatorischen Dinge beschreibt. Ich gehe in einzelnen Blog-Beiträgen mehr ins Detail. Wenn einen etwas nicht interessiert: ÜBERFLIEGEN 🙂

Wie konnte es zu dieser Idee kommen?

Anfang Januar 2019 hatte Maik die Idee herauszufinden, was es wohl kosten möge, wenn man sein Wohnmobil nach Nordamerika verschiffen würde. Ich (Maik) hatte keine Ahnung, wieso ich das mit Google zusammen ergründete. Ich kam also dahinter, dass es sich auf maximal 4.000 Euro summiert. Mit dieser Information ging ich die heimischen Treppenstufen von der Stätte meines PC’s (im Schlafzimmer) in Richtung Wohnzimmer und traf dort, gar nicht mal so überraschend, meine bessere Hälfte Iris an.

Das folgende Gespräch lief in etwas so:

„Du, unser Wohnmobil zu verschiffen würde ca. 3.000-4.000 Euro kosten und ein Flug mit Hund auch noch mal pro Person 1.000 Euro. Was hältst Du davon?“

„Laß‘ uns das machen,“ war die Antwort und bereits am 7.2.2019 hatten wir einen Fototermin für unsere USA Visa.

Wer an dieser Stelle größere Diskussionen und Planungen erwartet hätte, den muß ich enttäuschen. So fing alles an!

Die ersten Schritte

So leicht der Anfang war, so einfach ging es im Prinzip weiter. Selbstverständlich mit ein paar Stolpersteinen. Ich versuche die folgenden Informationen möglichst gut strukturiert weiter zu geben. Sollte jemand Fragen haben, dann bitte ich, diese zu stellen. Ich werde den Blog dann dahingehend bearbeiten. Dazu nutzt auch gerne die Kommentarfunktion am Ende des Beitrags.

Die ersten Schritte hier sind nur ein kleiner Ausschnitt. Im Folgenden werde ich unter einigen Punkten einen weiteren Artikel verlinken. Denn jeder Schritt hatte oft noch eine eigene Geschichte in sich. Damit ein grober Überblick vermittelt werden kann, sind die folgenden, ersten Schritte kurz gehalten.

Dinge wie Adapter und Ersatzteile erläutere ich im Blog, jedoch nicht auf dieser ersten Einstiegsseite, denn die ist eh schon mehr als lang genug.

Das Visum 

USA

Will man mehr als 3 Monate in die USA einreisen, dann benötigt man ein Visum. Sind es bis zu 3 Monate, dann greift das einfachere Verfahren.

Man benötigt: 1-2 Paßbilder

Einen Termin beim US Konsulat (Berlin, Frankfurt oder München)

Einen Online-Antrag, um an den Termin im Konsulat zu kommen

Unsere Paßbilder waren bereits am 7.2.2019 fertig. Diese sollten auf keinen Fall älter als 6 Monate sein, ansonsten wird der US Amtmann ggf. etwas pingelig sein und das nicht zulassen. Macht die Bilder so kurz wie möglich vor Eurem Termin beim Konsulat. Ich habe sogar im Konsulat noch einen Fotoautomaten gefunden. Wenn ich mich recht erinnere, mußte ich während des Antragsverfahrens unsere Bilder elektronisch übermitteln und darum brauchte ich gar keine Paßbilder vor Ort mehr abgeben, obwohl wir die dabei hatten. Es gibt sehr genaue Vorgaben, wie diese Bilder auszusehen haben.

Den Online-Antrag für das US Konsulat bzw. das Visum findet man unter: https://esta.cbp.dhs.gov/

Das „große“ Visum (Aufenthalt länger als 3 Monate): https://www.ustraveldocs.com. Dort wird alles erklärt. Und zuerst müßt ihr zum (DS-160) Formular.

Hierfür gibt es online einige Ausfüllhilfen (Google hilft). Ich habe ihn auf englisch ausgefüllt, meine mich aber zu erinnern, dass eine deutsche Variante möglich gewesen wäre. Gute Übersetzungen liefert die Webseite www.deepl.com.

Ich habe mal schnell drüber geguckt. Der Antrag sieht heute (02.07.2019) etwas anders aus als noch Anfang des Jahres.

Im Wesentlichen ist das ein nicht enden wollender Fragenkatalog, den man wahrheitsgemäß beantwortet. Hat man sich dort durchgeackert, steht man kurz vor einem Termin. Pro Antrag waren zu unserem Zeitpunkt ca. 130-160,00 Euro je Antrag zu zahlen. Schreibt insbesondere bei Eurem Namen, Adresse, Geburtsdatum, Geburtsort und der Paßnummer alles richtig. Andernfalls darf man alles noch einmal ausfüllen und wenn man schon bezahlt hat, noch einmal bezahlen.

Schickt man nun den Antrag ab, dann kommt ein etwas fummeliger Bezahlvorgang und man darf direkt das Zusenden des Visums (jeweils ca. 35 Euro) berappen. Genauere Angaben möchte ich gar nicht machen, da ich davon ausgehe, dass sich dieses Verfahren häufiger leicht ändert. Z.B. gab es das Zusenden des Visums wohl vor einigen Monaten (damit meine ich in 2018) in dieser Form noch nicht.

Nun bekommt ihr den Termin, an dem Ihr beim Konsulat vorstellig werden dürft. Wir konnten uns vorab aus ein paar Terminen einen aussuchen. Die avisierte Uhrzeit darf man als groben Anhaltspunkt nehmen. Wir sollten maximal 15 Minuten vorher da sein, andernfalls würde man eh nicht eingelassen. Was macht der brave Deutsche? Er kommt nicht zu früh, nicht zu spät, sondern auf den Punkt. Als wir die Schlange sahen, wußten wir, daß wir niemals zur angegebenen Uhrzeit im Konsulat sein könnten. Das scheint jedoch durchaus so geplant zu sein. Es gibt keinen Grund zur Panik, denn der eigene Termin wird nicht verpaßt. Zunächst steht man in einer Schlange, wo man seinen Ausdruck mit dem Termin abgibt, ich meine mich zu erinnern, daß wir noch unsere Reisepässe zeigten (Mitnehmen!! Ansonsten könnt Ihr direkt wieder gehen 🙂 ) und dann gibt es eine Nummer. Mit dieser Nummer stellt man sich an die zweite Schlange und es folgt die Vorbereitung zum Security-Check. In dieser Zeit steht man draußen. Erst wenn man durch die zweite Schlange durch ist, folgt der Security-Check im Gebäude, so wie man es am Flughafen beispielsweise kennt.

Und jetzt ratet mal, ja, es kommt die nächste Schlange!! Dort darf man die Reisepässe abgeben. Man beantwortet ein paar Fragen, erhält seine Reisepässe zunächst noch zurück, und es geht ZUR NÄCHSTEN SCHLANGE. Hier werden die Fingerabdrücke an einem Scanner genommen. Uuuuud auf zur nächsten Schlange. Hier kommt dann endlich das sagenumwobene Interview. Es kann auf Deutsch und auf Englisch erfolgen.

Es werden Fragen gestellt wie: Warum nehmen Sie nicht das einfachere 3 Monats Visum? Können Sie sich den Aufenthalt leisten? Welcher Arbeit gehen Sie nach? Wie viel haben Sie für die Reise gespart? Wir hatten Kontoauszüge und weitere Unterlagen dabei, die unsere Kreditwürdigkeit unterstützen sollten, jedoch wurden diese nicht verlangt. Nehmt lieber mehr als zu wenig mit.

Und „Juchu“ das Visum wurde gewährt. Natürlich fragten wir, wie lange das Visum gilt. Die Antwort war ernüchternd: „Das hängt vom Beamten vor Ort ab. Es können 3 Monate sein, ein halbes Jahr oder direkt ein ganzes Jahr“. Sollten es nur 3-6 Monate sein, dann kann man es in den USA online verlängern, bzw. einen Antrag stellen oder auch nicht, oder zum nächsten Amtmann, oder man reist ein und aus und hat einen neuen Amtmann. An dieser Stelle sind wir jedoch noch nicht!! Die Aussagen waren alle recht wage. Erst wenn wir mit dem Amtmann vor Ort sprechen können, werde ich den Blog dahingehend präzisieren. Keine Planung ist auch eine Planung.

Notiz an mich: Vorab vor Ort mit dem Wohnmobil am Konsulat (Frankfurt)

Korrektur und Nachtrag: Das B1/B2 Visum (Business/Tourist) wird gerne in der Kombination beantragt, um das Verfahren zu vereinfachen. In den USA gibt man an, daß man nur Tourist ist und keine Business Kontakte anstrebt. Das B1/B2 Visum kann man anscheinend nur für maximal 6 Monate bekommen. In den USA kann man dann über die U.S. Citizenship and Immigration Services (USCIS) eine Verlängerung beantragen. Die Gebühr pro Antrag für die Verlängerung liegt bei rund 370 US Dollar (Stand 15.8.2019). Einzelpersonen können die Verlängerung Online beantragen. Die Online-Dienste werden derzeit ausgebaut. Es wird empfohlen, die Verlängerung 45 Tage vor Ablauf zu beantragen. Anders als beim eTA Verfahren in Canada, wurde unser Visum auf ein bestimmtes Datum begrenzt. Wir dürfen also nicht 180 Tage nutzen, sprich mal für 30 Tage ausreisen und wieder einreisen und erst dann laufen die 180 Tage weiter, sondern wir haben vom Tag der Einreise genau 180 Tage Aufenthalt bekommen. Unser Aufenthalt wurde mit dem Hinweis „M“ versehen. Das bedeutet, daß wir mehrfach Ein- und Ausreisen dürfen. Alle Informationen sollten immer wieder neu recherchiert werden. Die Unterlagen zur Verlängerung sind recht umfangreich. Da wir erst in 4 Monaten daran denken müssen, werde ich kurz vorher neu recherchieren. Ggf. können wir dann auch online einen Antrag verschicken, obwohl wir den Antrag zu zweit einreichten (keine Einzelbeantragung, da geht es jetzt schon online). Unsere „Aufenthaltsgenehmigung“ wurde in unseren Reisepaß getackert. Iris hat noch einen kleinen Zettel auf deutsch dazu bekommen.

Visum Kanada / eTA

Für ein halbes Jahr durchläuft man online das eTA Verfahren.

In wenigen Minuten ist der Antrag ausgefüllt und wir hatten nach zwei Minuten online die Antwort, dass wir für ein halbes Jahr einreisen dürfen.

Ein Visum haben wir nicht beantragt, darum können wir dazu keine weiteren Informationen geben.

Das war einfach. Hierfür sollte man seinen Reisepaß bereit halten, denn Ihr benötigt die Paßnummer. Kanada lief sehr entspannt.

Zum Zeitpunkt unserer Reise ging es hier:  https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/services/visit-canada/eta/apply-de.html

Und was soll ich sagen, ich habe mir die Webseite für Kanada gerade angesehen und sie sieht anders aus als die, die ich kennen lernen durfte.

Krankenversicherung 

Fragt Eure Versicherung, wie es bei einem Auslandsaufenthalt läuft. Kann man die mit einer Anwartschaft stilllegen und eine günstige Auslandskrankenversicherung wählen? Für Privatversicherte gibt es manchmal die Möglichkeit der Anwartschaft nicht, denn es machen immer mehr Menschen einen längeren Aufenthalt im Ausland und vermutlich möchte man die Beiträge nicht verlieren. Pauschale Aussagen kann man nicht treffen. Jeder Vertrag ist anders. Darum müßt ihr Euch selbst kümmern und bei uns hat das keinen Spaß gemacht.

Der einfachste Fall ist, seine Krankenversicherung mit Anwartschaft (geht auch ohne Anwartschaft, wenn einen die Versicherung eh zurücknehmen muß) ruhen zu lassen, keine Beiträge mehr zu zahlen (oder eben „nur“ die Anwartschaft) und man schließt parallel dazu eine meist wesentlich günstigere Auslandsversicherung ab.

Gesetzlich Versicherte haben es am leichtesten, freiwillig gesetzlich Versicherte müssen genau hinsehen und bei Privatversicherten ist es mal so und so. Endlich mal eine qualifizierte Aussage zur Auslandskrankenversicherung, oder?

Wohnmobilversicherung

Ihr werdet in Deutschland Eurer Wohnmobil komplett abmelden (Falsch! Siehe Update 27.10.2020 im nächsten Absatz!). Darum greift keine deutsche Versicherung mehr. Sobald ihr in Nord- oder Südamerika seid, regeln Eure Versicherungen nichts mehr für Euch. Ohne Versicherung ist es verboten, durch Nordamerika zu fahren. Es gibt zur Zeit nur eine Versicherung in Nordamerika, die europäische Wohnmobile versichert. Das ist die Thum Insurance. Wir haben seinerzeit direkt Mrs. Sue Blood angeschrieben und alles online geregelt.

https://thuminsurance.com/international-insurance/germany

https://thuminsurance.com

Ihr müßt die Daten Eures Wohnmobils und die persönlichen Daten angeben und erhaltet dann ein individuelles Angebot. Wie es scheint, haben alle anderen Versicherungen keine Lust auf die DSGVO (so war es auf vielen Seiten zu lesen).

Der Vorgang geht unkompliziert per Email, man zahlt später mit Kreditkarte (besorgt Euch auf jeden Fall Visa [z.B. Barclay] und/oder Master Card). Die Versicherungsunterlagen gibt es nach erfolgreicher Zahlung per Email. Eine Seite ist dabei wichtig. Es ist Eure Versicherungskarte. Ich habe diese einlaminiert.

Kosten: Wir zahlen für 12 Monate knapp 1.770,00 Euro (inklusive Steuer). Für 6 Monate wären es ca. 1.300 Euro gewesen. Es geht nur entweder oder. Es gibt keine Verlängerungsoption, wo nur der Aufpreis von 6 auf 12 Monate gezahlt würde. Möchte man nach Mexico, muß das zusätzlich, extra versichert werden.

Man schließt anscheinend die Versicherung nie mit der Versicherung direkt ab, sondern immer über eine Agentur.

Wichtiger Hinweis zu den entwerteten Papieren (Update 27.10.2020):

Bitte entwertet Eure Fahrzeugpapiere nicht. Meldet das Wohnmobil auch nicht in Deutschland ab. Für die amerikanische Versicherung benötigt Ihr eine aktive, deutsche Versicherung und somit muß das Wohnmobil auch in Deutschland angemeldet bleiben (das gehört zu den Vertragsbedingungen der Thum Versicherung!!). Klärt mit Eurer Versicherung ab, ob in der Zeit Eurer Reise dann eine Beitragsbefreiung erhaltet. Solltet Ihr diese Befreiung nicht erhalten, dann sucht Euch eine andere Versicherung. Es gibt auch eine Lösung mit Saisonkennzeichen und zwischenzeitlich die Papiere verlieren und sich neu geben lassen und dann entwerten, bzw. Stilllegen über Saisonkennzeichen. Also hat man einmal Papiere ohne Saisonkennzeichen und einmal mit Saisonkennzeichen… Ob das eine so gute Lösung ist, wage ich zu bezweifeln und wäre mit persönlich zu suspekt. Fast alle Reisenden, die wir trafen, hatten ein noch aktives, in Deutschland angemeldetes Fahrzeug mit einer deutschen Versicherung. Sollte das nicht so sein, dann kann es passieren, daß Eure amerikanische Versicherung für Kanada/USA nicht greift. Dazu werde ich noch einen gesonderten Blogbeitrag schreiben. Ein Schaden, den ein gegnerisches Fahrzeug an unserem Wohnmobil verursachte (300 USD) wurde von unserer amerikanischen Versicherung anstandslos abgewickelt. Sollte es mal ein echtes, großes Problem geben, dann bin ich mir nicht sicher, ob man mit einem abgemeldeten Wohnmobil mit entwerteten Papieren wirklich so gut fährt. Alles ist gut, so lange nichts passiert… 🙂

Hundeversicherung

Unsere gilt weltweit. Fragt bei Eurer Versicherung nach! Erkundigt Euch auch nach OP Versicherungen. Die sind nur oft so teuer, daß man die sich sparen kann. Wir haben keine und zahlen eine OP selbst. Die Halterhaftpflicht muß auf jeden Fall sein und kann einreiserelevant werden (kann, muß nicht zwingend so sein, wir wurden nicht gefragt).

Haftpflichtversicherung / Rechtsschutz

Sorgt dafür, dass Ihr internationalen Schutz genießt. Mal gucken, was Eure Versicherung so kann.

Versicherungen für das Hab und Gut zuhause

Habt Ihr eine Wohnung oder ein Haus? Laßt Ihr leer stehen oder wohnt jemand anderes dort? Was sagt Eure Versicherung dazu? Vermietet Ihr in Eurer Abwesenheit Euer Haus oder Eure Wohnung? Müßt ihr ggf. Eure Versicherung erweitern? Hier waren bei uns die größten Stolpersteine. Wir mußten viele Gespräche mit Versicherungsvertretern und den Versicherungen direkt führen.

Vermietung des eigenen Hauses/der eigenen Wohnung

Es gibt verschiedene Agenturen, die zu unterschiedlichen Konditionen Eurer Haus bzw. Eure Wohnung vermieten. Dafür nehmen diese Agenturen 12-20% des ausgehandelten Mietpreises. Das nennt sich Zeitwohnen. Kümmert Euch frühzeitig darum.

AirBNB kann dafür auch eine alternative sein, wenn ihr jemanden habt, der die Abnahmen für Haus/Wohnung durchführt. Wir konnten das über die Agentur für Zeitwohnen abwickeln (und hatten dennoch zusätzlich Hilfe von meinen Eltern (Maiks Eltern)).

Der eigene PKW zu hause

Ihr könnt während Eurer Abwesenheit die Versicherung Eures PKWs ruhen lassen. Ihr meldet Euren Wagen einfach ab. Er sollte dann nur an einem geeigneten Ort stehen. Ist der PKW abgemeldet,dann erhaltet Ihr von Eurer Versicherung ein Schreiben mit Fragen, was mit dem Wagen passiert ist/passieren soll. Hier könnt Ihr ihn nun ruhend setzen. Wir haben dafür Personen organisiert, die unseren Schriftverkehr erledigen, bzw. uns zukommen lassen können. Alle zwei Monate werden die Autobatterien angeklemmt und der Wagen läuft für 10 Minuten. Wir haben das Glück, daß wir in einer Privatstraße wohnen und man dort ein wenig ohne Kennzeichen rumkurven kann.

Das Wohnmobil abmelden
(Update! Ihr meldet Euer Wohnmobil nicht ab! Siehe oben!)

Ihr verschifft Euer Wohnmobil. Ihr habt es dem Spediteur übergeben und fahrt mit Eurem PKW nach hause. Vorher demontiert Ihr Eure Kennzeichen (also Sekunden bevor der Spediteur Euer Mobil übernimmt)! Ihr geht damit zum Straßenverkehrsamt. Die Kennzeichen sowie die Papiere werden entwertet. Die Papiere müßt Ihr unbedingt behalten! Entweder denkt Ihr daran, die entwerteten Kennzeichen wieder in Euer Gepäck im Flieger mitzunehmen oder Ihr habt bereits Ersatzkennzeichen machen lassen, die bereits im Wohnmobil sind. Im Ausland (bei uns Kanada) montiert ihr dann die Ersatzkennzeichen oder entwertete Kennzeichen. Die entwerteten Papiere nehmt ihr immer mit. Wenigstens drei Jahre kann man nachvollziehen, wer und was der Halter des Fahrzeugs mit den jeweiligen, entwerteten Kennzeichen so gemacht hat (nagelt mich nicht zu genau darauf fest).

Update: Auch wenn Ihr das Wohnmobil nicht abgemeldet habt, demontiert ihr die Kennzeichen bei der Verschiffung!

Kurz vor Abfahrt las ich noch in einem Forum, daß man sein Fahrzeug auf keinen Fall abmelden solle, die anderen hätten alle gar keine Ahnung. Das wäre brandgefährlich, wenn man das tun würde. Die erste Frage bei der Übergabe des Wohnmobils an die Spedition war, ob man für uns die Kennzeichen demontieren solle…

Notiz an mich: Dumme Fragen von mir vor Ort. Stichwort Aufkleber.

Die Termin – Koordination

So bekloppt es sich anhört, am leichtesten geht die Terminabsprache für das Verschiffen! Gebt der Spedition wenigstens 6 Wochen Vorlauf. Jedoch folgt daraus, dass man sich zunächst um den Flug kümmern muß.

Da wir mit Hund fliegen, kam für uns nur die Verbindung Frankfurt-Halifax mit der Condor in Frage. Also buchten wir zwei Flüge Frankfurt-Halifax. Da pro Flug nur ein großer Hund (Schäferhund) möglich war, fliegen wir an getrennten Tagen. In diesem Fall um 5 Tage versetzt. Der Flug dauert rund 7-7,5 Stunden. Der Hund wird erst ganz kurz vor Abflug als letztes an Bord genommen.

Wir haben über Robert World Wide Shipping (https://www.robertwws.com/) die Verschiffung abgewickelt. Robert ruft einen sehr schnell an und übersendet in Rekordzeit Antwort-Emails. Ich habe mich gegen Seabridge entschieden. Die sind sicherlich gut, bei Robert fühlte ich mich direkt prima aufgehoben.

Ihr macht also erst den Termin für den Flug und danach stimmt Ihr darauf den Termin für das Verschiffen ab.

Wir erkundigten uns vorab, wann und zu welchem Wochentag üblicherweise eine Abholung frühestens möglich ist. Auch hier keine pauschale Aussage von mir, denn das wird sich sicherlich mal ändern können.

Wieso erst den Flug und dann die Verschiffung organisieren?

Es ist üblich, daß das Schiff bei Ankunft bis zu 5 Tage kostenfrei im Hafen verbleiben darf (was im Hintergrund wirklich läuft, weiß ich nicht). Die Verschiffung kann man relativ kurzfristig beantragen und im Prinzip geht das immer (nagelt mich nicht darauf fest, wenn es nicht klappt) .

Im Zweifel kurz den Robert von Robert World Wide Shippen ansprechen (z.B. mailen). Er spricht auch deutsch.
https://www.robertwws.com/

Die Flüge

Wir haben Condor gewählt, da diese z.B. im Juni Non-Stop Flüge von Frankfurt nach Halifax anbieten und die Mitnahme von zwei großen Hunden (Schäferhunde) ist vergleichsweise einfach.

Unsere Spezialität hierbei war, auch ein Platz für den Hund zu beschaffen. Condor hat pro Flug nur Platz für eine große Flugbox. Somit mußten wir zeitversetzt reisen.

Bei einer Reise mir Hund und einem Platz im Frachtraum gerne mal mit 3-4 Monaten Vorlauf rechnen. Das kann, muß aber nicht so sein.

Den Flug auch nicht zu knapp buchen, auch wenn es mal einen späten „Schnapper“ geben kann. Sollte nämlich kein Flug kurzfristig verfügbar sein, steht Euer Womi schnell alleine auf einen großen Parkplatz irgendwo in der weiten Welt…

Warum Frankfurt-Halifax?

Für unsere Hunde bedeutet das die kürzeste Flugzeit von etwa 7,5 Stunden. Das Minimum an Flugzeit war unser Ziel. Und Kanada ist in der Abwicklung aller Formalitäten vom Hörensagen viel schneller als die USA. Und vor Ort in Halifax war sehr fix.

Rückwärts wird auf das RoRo Schiff gefahren

Die Verschiffung

Von Köln aus kommt man sehr leicht nach Belgien (es geht auch Hamburg, einfach mal Robert https://www.robertwws.com/ fragen). Wir mußten unser Wohnmobil nach Zeebrügge bringen. Dabei fuhren wir an Antwerpen vorbei. Der Verkehr rund um Antwerpen ist ein Horror. Man plante in den 1960’er Jahren die Verkehrsführung für Antwerpen, führte aber nur 50% der Planung durch. Das bringt dann heute ein lustiges Verkehrschaos.

Robert von Robert World Wide Shipping ließ uns alle nötigen Unterlagen zukommen. Wir sollten uns bei Ihm melden, wenn wir dort sind (Telefon hat gestreikt, es hat trotzdem alles geklappt). Vorher mußten wir einige Daten bei ihm abgeben. Zusätzlich haben wir eine Versicherung nur für das Verschiffen bei ihm gebucht.

Das Verschiffen wird nach Volumen abgerechnet. Somit ist der Preis immer individuell zu sehen. Und die Versicherung hängt auch vom Wert des Wohnmobils ab.

Wir konnten mit der uns bekannten Adresse bis vor die Tür des Spediteurs vorfahren. Dann gingen wir ins Bürogebäude, fragten nach, ob wir richtig seien und gingen dann zu dem uns genannten Büro. Hier sind viele LKW-Fahrer, die Ihre Waren bzw. Fahrzeuge abgeben.

Ich mußte ein Dokument abgeben, welches mir Robert vorher per Email schickte, sowie die Fahrzeugpapiere. Man bat uns an, die Nummernschilder zu demontieren. Es wurden noch Fragen gestellt, ob Gasflasche und Wohnmobil leer seien. Nun übergaben wir die Schlüssel und das Wohnmobil wurde direkt weggefahren. Der ganze Vorgang dauerte 15 Minuten. Es gab keine richtige Hafeneinfahrt, keinen Zoll, jedenfalls keinen Zoll, den wir sehen konnten. Die Abwicklung ging extrem unkompliziert, schnell und einfach. Später bekam ich mit, dass Robert zum Teil Dokumente vermutlich online vorbereitet und Dinge im Hintergrund erledigt.

Da unsere Dashcam jede Fahrt automatisch aufnimmt, weiß ich, dass zunächst alle Fahrzeuge auf einem großen Parkplatz sortiert werden. Wir standen zwischen Baumaschinen und Lieferwagen. Später ging es dann im Rückwärtsgang auf das Schiff. Wir gehörten zu den letzten Fahrzeugen, die auf das Schiff kamen.

Spätere Aufnahmen zeigen dann die Ausfahrt in Kanada. Da hat einer mächtig geflucht, als unsere Rückspiegelkamera anging. Aus irgendeinem Grund hat ihm das nicht gepaßt, kam dann jedoch auf die Idee, dass es wohl aus Sicherheitsgründen sei. Unsere Dashcam ist gleichzeitig eine Rückfahrkamera. Dafür wurde der Innenspiegel durch einen Monitor von mir ersetzt. Das kommt später unter der Rubrik „Umbauten“ oder „Technik“.

Es wurde sehr pfleglich mit dem Wohnmobil umgegangen. Alle Fahrten wurden ruhig und besonnen durchgeführt. Die machen den ganzen Tag nichts anderes und das merkt man an der Perfektion.

Die Dauer einer Tour liegt bei ca. 9-12 Tagen. Es gibt einige Schiffe, auf denen man sogar mitreisen kann. Es gibt nur wenige Kabinen und die sind gerne ausgebucht.

Der Abflug in Frankfurt

Gerade mit Hund bietet es sich an, 3.5 Stunden vorher am Check-in zu sein. Ein Online-Check-In ist nicht möglich. Man gibt beim Einchecken an, dass man einen Hund dabei hat. Nun wird der Tierschutzbeauftragte gerufen und die Box begutachtet. Hierzu komme ich noch gesondert. Stichwort hier IATA.

Danach wird der Hund direkt mitgenommen und in eine Halle gebracht. Sollte es sehr heiß oder kalt draußen sein, dann ist das kein Problem, der Hund ist geschützt in einer Halle. So wurde es mir mitgeteilt, genauso wurde verfahren.

Somit ist der Hund ca. 7.5 Stunden mit Euch im Flugzeug, ca. 2-3 Stunden in einer Halle und bis er wieder vor Euch steht vergehen noch mal 30-60 Minuten. Wir reden von einer Gesamtzeit von ca. 9-11 Stunden !! Ich bin auf sehr genau 9 Stunden gekommen.

Für mich steht schon jetzt fest: Wenn wir zurückfliegen, dann nur über den kleinen, netten Flughafen Halifax.

Notiz an mich für den Blog: Unterhaltung am Flughafen und Sitzplatznachbar. Bau einer Iata Hundebox, Futter, Wasser.

Ankunft in Halifax

Da ich gegen ca. 19.35 Uhr Ortszeit in Halifax gewesen sein haben werde, mietete ich mich in das Hotel direkt am Flughafen ein. Das ging mit Hund, war 100 Meter entfernt und total einfach.

Der gesamte Flughafen Halifax mitsamt Flugfeld paßt in die Halle 1 in Frankfurt.

Steigt man aus dem Flieger in Halifax, füllt man zunächst an einem Touchscreen ein Formular aus. Hier gab ich an, dass ich ein Tier einführen würde. Alle anderen Punkte verneinte ich.

Jetzt ging es darum, die Koffer abzuholen. Es gibt ganze zwei Kofferbänder. Viel spannender war für mich die Ausgabe von übergroßem Gepäck. Die befindet sich in der selben Halle hinter Gepäckband zwei. Die Halle hat die Größe einer Turnhalle, ist nur viel niedriger. Das übergroße Gepäck sollte mein Schäferhund Kaschmir sein. Offensichtlich baute ich das größte „Crate“ (Hunde-BOX), welches sie jemals sahen. Die Box wurde gelobt.

Jetzt ging es mit Hund in der Box weiter zum Zoll. Man organisierte für mich einen großen Gepäckwagen. Hier wurde der Hund kurz begutachtet und ich durfte den Flughafen verlassen.

Ich demontierte die Box, verzurrte sie auf meinem Trolley und es ging ins Hotel und dann ins Bett.

Notiz an mich: Trolley, Demontage Hundebox, Hilfe beim Runtersetzen organisiert, nur nette Menschen getroffen

Wenn Du dazu mehr wissen willst: https://www.toeffelchen-tours.de/2019/06/24/die-reise-beginnt-frankfurt-halifax-ich-komme-mit-hund-und-hundebox-nach-iata-vorschrift/

Abholung Wohnmobil in Halifax

Von Robert von Robert World Wide Shipping wußte ich, dass ich erst zum Zoll und dann zur „Abholstation“ muß. Hier sollte man auf jeden Fall einen Leihwagen nehmen. Da ich alleine war, ging es nur per Taxi und dafür wurden am Ende 150 Kanadische Dollar fällig! Ein Leihwagen ist sicher günstiger, nur konnte ich nicht Leihwagen und Wohnmobil gleichzeitig fahren. Sind zwei fahrtaugliche Menschen unterwegs, dann regelt das mit einem Leihwagen. Die folgende Prozedur dauerte bei mir ca. 2 Stunden. Davon war 1,5 Stunden nur Fahrerei.

Zunächst fährt man zum Zoll. Die Strecke Flughafen bis zum Zoll ist ca. 23 km lang. Es sind zwei neue Gebäude, mit schlechter Kennzeichnung. Es gibt keine Hinweisschilder und direkt an den Gebäuden selbst steht nichts dran. Ist wohl alles noch zu neu. Zukünftig wird es vermutlich leichter sein. Mein Taxifahrer hat das für mich telefonisch in Erfahrung gebracht, denn wir standen an der richtigen Adresse, fanden nur nicht die Gebäude. Selbst die nahe gelegenen Geschäfte hatten keine Ahnung. Organisiert Euch vorher die Telefonnummer vom Zoll! Die Adresse bekommt ihr von Robert. Dann kann der Zoll Euch lotsen, falls ihr es nicht findet. Die angegebene Adresse führt einen sehr nah ran, nur leider nicht nah genug.

Im Zollgebäude selbst geht alles schnell und unkompliziert. Ich lege meine Unterlagen vor, die mir Robert schickte, ich bekam auf jede Seite meinen Stempel, wurde noch gefragt, was ich denn vor hätte, dann wurde noch ein wenig Smalltalk gemacht und nach 5 Minuten ging es weiter. Der Zoll fragt ähnlich nach wie der Flughafenzoll. Diese Stempel für das Wohnmobil sind wichtig, denn vorher darf es nicht rausgegeben werden.

Nun geht es zum Hafen von Halifax, zumindest nahe dran. Es ist ein riesiges Gelände, wo ausschließlich Fahrzeuge stehen. Darunter auch Mercedes und BMW. Die Adresse ist einfach gefunden und man geht in das Büro. Hier gebe ich meine gestempelten Zettel ab und die Angestellte kümmerte sich darum herauszufinden, ob das Wohnmobil schon freigegeben sei. Natürlich brauchte sie meine Seiten mit den zahlreichen Stempeln vom Zoll. Robert hatte bereits online eine Express-Freigabe durchführen lassen, die war nur noch nicht bei ihr angekommen und es fehlte ihr eine Nummer. Sie stellte eine eigene Anfrage per Email und Telefon. Nach 20 Minuten war die Freigabe da und 5 Minuten später stand das Wohnmobil vor der Tür. 30 Minuten Behörden und Papierkram, 1-1,5 Stunden Fahrerei und ich hielt mein Wohnmobil nebst Schlüsseln in den Händen.

Alle waren sehr freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend.

Ich könnte mir vorstellen, daß das in den USA mit Sicherheit komplizierter auf aufwendiger ist.

Meine Empfehlung für das Verschiffen ist ganz klar die Verbindung Zeebrügge – Halifax in Verbindung mit Robert World Wide Shipping (falls ich Robert noch nicht erwähnt haben sollte…).

Wenn Du dazu mehr wissen willst: https://www.toeffelchen-tours.de/2019/06/25/das-wohnmobil-in-halifax-kanada-abholen-roro-schiff/

Zum Schluß

Die war die Kurzform. Auf einige Themen werde ich im weiteren Verlauf des Blogs näher eingehen.

Auf einige Themen, nicht auf alle. Ich habe hier schon mächtig ausgeholt.

Noch mal der Aufruf: Schreibt mir, auch gerne unten in die Kommentare, was Ihr wissen wollt!

Maik

Gebürtiger Norddeutscher (Stade) Jahrgang 1974, gut abgehangen.

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